Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 2. Band (1859)
Entstehung
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und ehrlich über Deine Zukunft miteinander ſprechen. Sie muß endlich eine beſtimmte Form und Geſtalt annehmen. Du mußt endlich eine beſtimmte Stellung in der Welt gewinnen.

Ich habe ſie ſchon, rief Friederike, ich liege Ihnen zu Füßen, das iſt die einzige Stellung, die ich begehre!

Sie genügt wohl meinem Herzen, aber nicht meiner Sorgfalt für Dich. Du mußt auch eine Stellung der Welt gegenüber gewinnen, Du mußt einen Salon haben, einen Namen, einen Rang, und da ich ſelber Dir das nicht geben kann, ſo müſſen wir alſo darauf bedacht ſein, Dir einen Gemahl zu ſuchen.

Nein, nein, nein, rief ſie in flammendem Zorn, ich will keinen Gemahl, ich will keinen Rang, keinen Namen, keinen Salon. Ich habe mit meinen Thränen alle dieſe eitlen und thörichten Wünſche von mir abgewaſchen. Ich will nichts mehr, als Sie lieben, Ihnen dienen, und Sie erheitern mit meinen Dummheiten und meinen Katzenſprüngen, wenn die klugen Leute Sie genug gelangweilt haben mit ihrer Weis⸗ heit und ihrem ehrbaren Pfauenſchritt.

Und ich bedarf einer ſolchen Erheiterung, ich bedarf Deiner, ſagte der Staatskanzler. Das Leben iſt ein ſo langweiliges Ding, daß man wohl dafür ſorgen muß, es ſich ein wenig zu verſchönern und aufzu⸗ ſchmücken. Du, Friederike, ſollſt fortan der Schmuck meines armen, zerquälten, vielfach in Anſpruch genommenen Lebens ſein! Und ich will dieſen Schmuck nicht verleugnen, ihn nicht vor der Welt mit Schleiern überflüſſiger Schaam verhüllen. Ich werde immer als Mann, als Diener des Staats meine Schuldigkeit thun, und den Pflichten

genügen, welche ich beſchworen, und die mir das Schickſal auferlegt hat, aber dafür ſoll es mir auch erlaubt ſein, als Menſch auf meine Weiſe glücklich zu ſein, und meinem Alter einige Freude und Erholung, einigen Genuß zu ſchaffen. Von heute an, Friederike, nehme ich Dich an als meine Tochter, meine Geſellſchafterin, meine Pflegerin und Freundin, und als ſolche ſollſt Du in meinem Hauſe mit mir wohnen, als ſolche will ich Dich den Menſchen zeigen, welche zu mir kommen, und wenn ihre lächerliche Prüderie es nicht ertragen kann, an der Seite eines Greiſes ein junges Mädchen zu ſehen, das ihn als das