Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 2. Band (1859)
Entstehung
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Schmerz, den ein unwürdiger Betrüger Dir bereitet hat, und wir wollen ſchon Sorge tragen, daß Dein armes Herz geneſen, und ſich dem Glück wieder öffnen ſoll!

Mein Herz iſt ſchon geneſen, ſagte ſie, und glücklich bin ich auch ſchon wieder, denn Sie ſind bei mir! Aber befehlen Sie mir nicht, daß ich den Betrüger vergeſſen ſoll, der mich verrathen und verſpottet hat, denn ich würde Ihnen nicht gehorchen können!

Oh, Du liebſt ihn alſo noch immer?

Sie brach in ein lautes ſpöttiſches Lachen aus. Ich liebe ihn ſo ſehr, ſagte ſie, daß ich ihn mit meinen Händen erwürgen würde, wenn es mir nicht ſchiene, daß der Tod eine viel zu geringe Strafe wäre für das Verbrechen, das er an mir begangen hat! Ich will den Be⸗ trüger nicht vergeſſen, weil ich mich an ihm rächen will!

Sie hob die Hand empor zum Himmel, und mit flammenden Augen rief ſie: Rache will ich! Rache für die Schmach, die ich er⸗ litten habe!

Oh, Kind, rief Hardenberg, wenn man Dich anſchaut, ſollte man meinen, die Göttin der Rache ſelber vor ſich zu haben. Aber ich bitte Dich, mäßige Dich, mäßige Deinen wilden Zorn, ſo ſchön er Dich auch kleidet! Wir leben im kühlen Norden, Kind, und die Vendetta mit ihrem Dolch und Gift paßt nicht für unſer Klima!

Oh, ich will mich auch nicht rächen mit Gift und Dolch, rief ſie glühend, ich will ihn ganz langſam und vorſichtig mit Nadelſtichen tödten, das dauert länger, und thut weher! Ew. Excellenz überlaſſen ihn mir, nicht wahr? Sie laſſen mich ſtill und unbemerkt meine Rache nehmen an dem Verräther? Sie fragen mich niemals nach ihm, Sie laſſen es geſchehen, daß er öfter zu mir kommt, Sie mißtrauen mir nicht, und fragen mich nicht?

Nein, ich verſpreche Dir, ich mißtraue Dir nicht, und ich werde ſchweigen, bis Du kommſt, mir auf meine ſtumme Frage Antwort zu geben.

Ich werde antworten, ſobald mein Ziel erreicht iſt, ſobald die Wolke von mir genommen iſt, die jetzt noch meinen Himmel beſchattet. Und jetzt, Friederike, ſagte Hardenberg ernſt, jetzt laß uns offen

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