Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 2. Band (1859)
Entstehung
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um der Fürſtin Lichnowsky und dem Fürſten Radziwill Platz zu machen. Sehen Sie nur!

In der That, der Kreis zog ſich jetzt auseinander, und in der Mitte dieſer Herren in goldgeſtickten Uniformen mit den reichen Ordens⸗ ſternen, dieſer ſchönen vornehmen Frauen in den reizenden Toiletten und dem Schmuck der Brillanten und Juwelen, in der Mitte dieſer hochariſtokratiſchen reichen Geſellſchaft erblickte man jetzt Denjenigen, dem alle Aufmerkſamkeit ſich zugewandt hatte.

Es war ein Mann von unterſetzter kräftiger Geſtalt, gekleidet in einen einfachen, ſchwarzen Frack, der mit keinem Band, keinem Ordens⸗ ſtern geziert, ſchmucklos und einfach war, wie die ganze Geſtalt. Und dennoch lag in der Erſcheinung dieſes Fremden etwas Imponirendes, Hoheitsvolles und Außergewöhnliches. Sein Kopf, der für ſeine Ge⸗ ſtalt von breiten, muskelkräftigen Formen etwas zu groß erſchien, war umwallt von einer Fülle dichter brauner Haare, die wenig gepflegt in kunſtloſer genialer Wildheit wie eine Löwenmähne zu beiden Seiten ſeines Antlitzes niederfielen. Auch ſein Angeſicht hatte etwas von der Majeſtät und der wilden Energie des Löwen. Seine Stirn war breit, oberhalb dicht beſchattet von dem dicken braunen Haar, unterhalb be⸗ grenzt von dicken buſchichten Augenbrauen, die in großen Bogen ſich wölbten und in deren Mitte das breite kräftige Naſenbein ſich anſetzte. Seine Augen, beſchattet von ſtarken Brauen und von langen ſchwarzen Wimpern, waren klein und hervortretend, doch zuweilen leuchtete es in ihnen auf wie mit drohenden göttlichen Zornesblitzen, und dieſes

Leuchten ſeiner Augen warf dann einen ſeltſamen, durchgeiſtigenden

Ausdruck über ſein ganzes Antlitz, und gab ſeinen ausgeprägten harten Zügen einen weicheren, milderen Charakter. Sein Mund war wohl⸗ geformt, die Lippen leicht aufgeworfen, und ſelten umſpielt von einem Lächeln, aber wenn er lächelte, ſo war der Ausdruck dieſes Lächelns ſo traurig wehmuthsvoll und ſpöttiſch zugleich, daß man davon ſein Herz in tiefem Mitleid erregt fühlte, und ahnte, welche große und gewaltige Schmerzen in dieſer breiten Bruſt geſtürmt und ihre Linea⸗ mente durch dieſes düſtere Antlitz gezogen haben mochten.

Dieſem Fremden, wie geſagt, waren Aller Blicke, Aller Aufmerk⸗