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Auch der Fürſt Metternich war erſt am Abend von Wien her angelangt, und ſein Erſcheinen hatte in allen Salons eine freudige Senſation gemacht. Die Herren empfingen ihn als den vielgefeierten, mächtigen Staatsmann, in deſſen Händen die Geſchicke der Völker, in deſſen Bruſt die Geheimniſſe und Wünſche der Fürſten ruhten, die Damen begrüßten ihn als den ſchönen, anmuthsvollen, geiſtreichen Cavalier, dem jedes Frauenherz entgegenklopfte, und den, wenn auch nur für einen Tag, gewonnen zu haben, auch der ſchönſten Frau ein glänzender Triumph, eine von der Schönheit, der Jugend und Grazie ihr gewährte Prämie dünkte.
Der Fürſt hatte ſo eben die Dame des Hauſes, die Fürſtin Lich⸗ nowsky, begrüßt und näherte ſich den Damen, die da wie ein großer funkelnder, duftender Blumenſtrauß in der Mitte des Salons ſich befanden.
Willkommen, Durchlaucht, von Herzen willkommen, rief eine der ſchönſten, reichgeſchmückteſten Damen, indem ſie aus dem Kreiſe her⸗ austrat, dem Fürſten ihre von Brillanten funkelnde Hand entgegen⸗ ſtreckte, und ihn mit einem Lächeln begrüßte, das zwiſchen den purpurnen Lippen zwei Reihen blendend weißer Zähne ſehen ließ.
Der Fürſt drückte die dargereichte Hand an ſeine Lippen, und wie er ſich dann wieder aufrichtete, traf ein glühender Blick ſeiner Augen das ſchöne Antlitz der Dame. Er trat einige Schritte zurück, und wie von ſeinem Blick angezogen folgte ihm die Dame, ſo daß ſie jetzt Beide, allein und abgeſondert von den Andern, in der Mitte des Salons ſich befanden.
Sie nennen mich von Herzen willkommen, ſagte der Fürſt leiſe und mit einem ſeltſamen Lächeln, haben Sie denn noch ein Herz, Frau Fürſtin Bagration?
Sie lächelte. Wenn ich keins mehr hätte, ſagte ſie, wer wäre denn anders Schuld daran, als der Fürſt Metternich? Denn geſtehen Sie ſelbſt, Fürſt, als wir uns damals in Dresden kennen lernten, damals, vor ſo und ſo viel Jahren— rechnen Sie mir nicht vor, wie viel Jahre es her iſt— damals hatte ich ein Herz.
Wenn man Sie anſieht, Fürſtin, ſagte Metternich lächelnd, ſo


