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die vorüberfahrenden Gäſte Wiens zu begrüßen. Die Luft war von jener reinen, durchſichtigen Klarheit, wie ſie nur den Herbſttagen eigen iſt, und in den wundervollſten, wechſelndſten Schattirungen lagerte der Wald dort drüben, die Gegend abſchließend, ſich am Horizont hin. Dieſer heitere Sonnenſchein, dieſe reine Luft färbte die Wangen der Damen mit einem höhern, ſchönern Incarnat, und da ſie ſich deſſen gar wohl bewußt waren, ſo glänzten ihre Augen freudiger, und mit köſtlichem Lächeln auf den Purpurlippen wandten ſie ſich aus den Equipagen zu den Cavalieren, die ſich in ihren ſchönen pelzverbrämten Reitercoſtümen gar ſtattlich ausnahmen auf den ſchönen pirouettirenden Pferden. So unter Lachen und fröhlichen Scherzen legte man den Weg nach der Villa zurück, und dort empfing das fürſtliche Paar mit anmuthiger Zuvorkommenheit die glänzende Schaar ſeiner Gäſte. Man erquickte ſich an einem auserleſenen Dejeuner, zu welchem die ſchöne Morgenfahrt den Appetit gegeben, welchen man, ermattet von den ſtets ſich gleich bleibenden Diners und Soupers, lange ſchon verloren gehabt, und nach dem Dejeuner begann die Reihe der verſchiedenartigen Beluſti⸗ gungen und ländlichen Freuden, mit denen man ſich eine Erquickung bereiten wollte nach ſo vielen ſtädtiſchen Freuden und Genüſſen. Eine Hetzjagd in den großartigen, hinter der Villa belegenen Waldungen füllte die Zeit angenehm genug aus, dann beſchäftigte man ſich mit der Fiſcherei und ergötzte ſich damit, die in italieniſcher Tracht ſich darſtellenden Fiſcher ihre Reuſen aus dem See ziehen zu ſehen, in deren Netzen eine Unzahl luſtiger Fiſche zappelte und ſprang. Alsdann kehrte man in die Villa zurück, die Damen, um in den Gaſtzimmern ihre Toiletten zu machen, die Herren, um in dem Billardſaal, in der Bibliothek oder im Muſikſaal ſich bis zum Diner je nach ihren Nei⸗ gungen zu erheitern.
Die erſte Hälfte dieſes Tages, die gleichſam wie ein Schluck ſchöner, unſchuldiger Milch die überreizten Gaumen kühlen ſollte, war alſo durchaus den ländlichen Vergnügungen gewidmet. Aber die zweite kleinere Hälfte gehörte faſt wieder dem ariſtokratiſchen Stadtleben an. Gemäß dem Programm des Tages, das der Fürſt ſeinen Gäſten ge⸗ geben, ſollte nach dem Diner eine kurze Erholung ſtattfinden, alsdann


