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Wahrheit wiſſen, und wenn es ſo iſt, wie Sie ſagen, wenn er ver⸗ mählt iſt, und mich betrogen hat, dann, beim ewigen Gott, dann werde ich mich rächen!
lil. Tudwig van Beethoven.
Auf dem Landhaus des Fürſten von Lichnowsky war heute eine glänzende, auserleſene Geſellſchaft verſammelt. Alles, was ſich jetzt in Wien an Rang, Stand und Namen aufhielt, alle Diplomaten des Congreſſes, alle die ſchönen und hochadligen Diplomatinnen, der ganze hohe Adel von Wien, waren zu dieſem Feſte geladen, das der Fürſt zur Abwechſelung der ſich immer wiederholenden Feſte heute nicht in ſeinem Hötel in Wien, ſondern in ſeiner zwei Meilen von Wien ent⸗ fernten Villa veranſtaltet hatte. Man fing bereits an, der immer in gleichem Styl veranſtalteten Diners, Soupers, und Routs von ganzem Herzen überdrüßig zu ſein, und man mußte auf pikante Variationen über das angenommene Thema der Congreßvergnügungen bedacht ſein, um ihnen noch Reiz und Intereſſe zu verleihen. Deshalb hatte der Fürſt heute eine erſte Variation verſucht, und die ſchöne und glänzende Congreßgeſellſchaft hinaus geladen auf ſeine Villa zu einem Feſt ganz neuer Art. Dieſes Feſt ſollte einen ganzen Tag in Anſpruch nehmen, und ſchon in der Frühe des Morgens fuhren daher die Equipagen in einer langen Reihe die chauſſirte, breite Straße dahin. Neben den Wagen ſah man die vornehmen Reiter auf herrlichen Roſſen und ge⸗ folgt von ihren Jockeys dahin ſprengen. Es war ein ſchöner, kalter Novembermorgen, die Nachtkälte hatte die Bäume und Geſträuche, die zu beiden Seiten des Weges ſtanden, mit einem leichten Reif über⸗ zogen, der jetzt in der hellen Morgenſonne wie mit tauſend Diamanten und Sternen funkelte, als habe die Natur ſelbſt ſich ſchmücken wollen,


