Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 2. Band (1859)
Entstehung
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Hardenberg lachte. Wahrhaftig, ſagte er, das iſt genial. Sie müſſen ihm auf dieſe Weiſe zu einem Rendezvous mit ſeiner Frau ver⸗ helfen. Niemand ſoll ohne Zweifel erfahren, daß zwiſchen Beiden ein Zuſammenhang iſt, deshalb ſieht man ſie nie bei einander. Auch hat der Herr Marquis trotz ſeiner wohlklingenden Namen nur in wenig Häuſern Zutritt gefunden, denn man mißtrauet ihm allgemein. Es hat ihm alſo, wie es ſcheint, an einer Einladungskarte für den Maskenball des Baron Arnſtein gefehlt, und er iſt ſo klug geweſen, ſich von Ihnen eine ſolche zu verſchaffen. Ihr lieber kleiner Couſin, der Marquis von Barbaſſon, fängt an, mir zu gefallen. Es gehört in der That eine geniale Frechheit dazu, ſich von ſeiner Geliebten die Mittel zu einem Rendezvous mit ſeiner Frau zu verſchaffen.

Friederike zuckte zuſammen, und ſich von ihrem Seſſel erhebend, ſchritt ſie langſam zu Hardenberg hin. Eine ſeltſame Veränderung war jetzt mit ihrem ganzen Weſen vorgegangen. Der freudige Glanz war aus ihrem Antlitz gewichen, das verklärte Lächeln umſpielte nicht mehr ihre vollen Lippen, das ſchwärmeriſche Feuer glühte nicht mehr in ihren ſchwarzen Augen, die Verklärung der Liebe, welche dieſes Antlitz wie mit ſtrahlendem Sonnenglanz verſchönt hatte, war jetzt auf ihren Wangen erblaßt, ein unheimliches Feuer blitzte aus ihren Augen⸗ ihre zuckenden Lippen ſchienen eine Verwünſchung zu murmeln, und mit entſetzten Mienen in das Leere ſtarrend, die rechte Hand hoch er⸗ hoben, als faſſe ſie in der leeren Luft nach Etwas, ſchien ſie gleich Macbeth den unſichtbaren Dolch zu zücken, mit dem ſie ihren Feind erlegen wollte.

Diavolezza, rief Hardenberg, Diavolezza, willſt Du mich er⸗ morden? Sieh nicht ſo ſtarr, Kind, laß den Dämon in Dir nicht ſeine geheimſten Gedanken verrathen! Sei ruhig, ſtürmiſches Meer, ſei ruhig!

Ich bin ruhig, oh ganz ruhig, ſagte ſie mit dumpfer Stimme. Ich werde auch bald wieder lachen und fröhlich ſein. Ich hatte nur eben ein Gefühl, als ob ein Geier mit ſeinen Krallen nach meinem Herzen faßte, und es mit Gewalt aus meiner Bruſt riß. Oh, es that ſehr weh, aber die Wunde wird bald heilen, und dann werde ich