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zwiſchen ihm und Euch. Ich werde ihn nicht verdächtigen, mich wird man nicht für eine Verſchworene halten.
Es iſt wichtig, daß ich ihn ſelbſt ſpreche, ſagte der Marquis lächelnd, und ſo weiſe und frei von Eiferſucht bin ich nicht, daß ich dem ſchönen Beauharnais ein téte aà téte mit meiner Geliebten erlauben möchte. Ich ſelber muß ihn ſprechen, und Du kannſt mir die Gele⸗ genheit dazu verſchaffen. Der Baron von Arnſtein giebt in acht Ta⸗ gen einen Maskenball, zu dem bereits die Einladungen ergangen ſind. Alle hier anweſenden Monarchen haben ihr Erſcheinen auf dieſem Maskenball zugeſagt, auch Eugene Beauharnais wird dort ſein. Ich bitte Dich alſo, ſuche mir eine Einladungskarte zu dieſem Feſt zu ver⸗ ſchaffen.
Sie ſprang auf, und eilte zu ihrem Schreibtiſch hin, aus dem ſie ein Papier hervorzog. Da, rief ſie triumphirend, das Blatt hoch empor haltend, da ſieh, wie mächtig ich bin! Du ſprichſt den Wunſch kaum aus, und ich erfülle ihn ſchon. Hier iſt die Einladungskarte! Ich ſelber wollte zu dieſem Feſt gehen, ich wünſchte auch einmal mir* die Freuden und Herrlichkeiten des Congreſſes anzuſchauen, und mein Freund verſchaffte mir alſo dies Billet. Denn unter der verhüllenden Maske darf ich ihn begleiten, und Niemand von den hohen Ariſto— kraten ahnt das Verbrechen, daß des Uhrmachers bürgerliches Töchter⸗ lein ſich sub rosa in ihre geweiheten Kreiſe eingeſchlichen hat. Aber um Deinetwillen entſage ich dem Feſte. Da, nimm die Karte, Du ſiehſt, der Name iſt noch nicht ausgefüllt, ſchreibe den ſtolzen ſchönen Namen:„Marquis von Barbaſſon“ hinein, und die Pforten des Ban⸗ quier⸗Palaſtes werden ſich vor Dir aufthun, und der Banquierfürſt wird Dich mit Freuden bei ſeinem Feſt willkommen heißen.
Aber Du entbehrſt alsdann ein ſchönes Feſt, Friederike?
Komm andern Tages zu mir, und ich habe mein Feſt, ſagte ſie,
ſich lächelnd an ihn ſchmiegend. Jetzt aber geh, mein Geliebter, geh! Es iſt bald die Stunde, in welcher mein Freund mich zu beſuchen pflegt, und ich will nicht, daß er Dich ſieht, bevor ich ihm geſagt, was
Du mir biſt, und wie ich Dich liebe. Ich gehe alſo, ſagte der Marquis traurig, ich weiche einem Glück⸗


