Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 1. Band (1859)
Entstehung
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Ihre Gegenwart wird für ihn nicht allein eine Freude, ſondern auch eine Stütze ſein. Man wird nicht wagen, die ſchlimmen Dinge aus⸗ zuführen, welche man hier gegen den Kaiſer im Schilde führt, wenn

Ew. Majeſtät an Napoleons Seite iſt, und daher Oeſterreich die Pf

auferlegt, um Ihretwillen Schonung zu üben. Gehen Sie alſo zu Kaiſer, Majeſtät, er breitet Ihnen lange ſchon ſeine Arme entgegen,

eilen Sie, ſich an ſeine Bruſt zu werfen!

Ja, rief Marie Louiſe entſchloſſen, ich will zu ihm hin. Ich ſehe es klar, daß dies die einzige Rettung iſt, die mir noch geblieben. Wir wollen uns ernſthaft damit beſchäftigen, Brignole, wir wollen ganz im Geheimen alle Vorbereitungen treffen. Ich muß fort, ich muß zu meinem Gemahl! Hier wagt man es, mich zu beleidigen, mich zu be⸗ ſchimpfen, und Niemand iſt da, der mich ſchützt, Niemand, der ſich meiner erbarmt. Wiſſen Sie, Brignole, was man mir gethan, wie

furchtbar man mich ſo eben in Wien beleidigt hat?

Ich hatte nicht die Ehre, Ew. Majeſtät nach Wien zu begleiten,

ich weiß daher nichts.

Hören Sie alſo, wie man in dieſem gemüthlichen Oeſterreich die Tochter des Kaiſers von Oeſterreich zu beſchimpfen wagt! Sie wiſſen, ich begab mich nach Wien, um mit der Kaiſerin Ludovica einige Be⸗ ſuche zu machen, und mich der Kaiſerin von Rußland vorſtellen

zu laſſen.

Ja, ich weiß, ſeufzte die Gräfin, daß die Gemahlin des Kaiſers

Napoleon dieſe Demüthigung hat erfahren müſſen, daß ſie, nicht In⸗

cognito, ſondern in ihrer Staatscaroſſe, öffentlich vor aller Welt der

Kaiſerin von Rußland den erſten Beſuch machte, ehe dieſe ihr den ſchuldigen erſten Beſuch gemacht. Oh, Majeſtät, ich konnte nur wei⸗ nen vor unausſprechlichem Weh, als ich die Staatscaroſſe mit dem

großen kaiſerlichen Wappen dahin rollen ſah, und dachte, daß dieſe

und die Livréen des Kaiſers es den Straßen von Wien verrathen würden, daß Ew. Majeſtät ſich zu den Feinden Ihres erhabenen Ge⸗ mahls begaben. Oh, wären Ew. Majeſtät mindeſtens in einfacher Equipage, ohne die große Livrée dahin gefahren, ſo

Ja, Sie haben Recht, unterbrach ſie die Kaiſerin ungeſtüm, wäre