Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 1. Band (1859)
Entstehung
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iſt es mir nicht lieb, daß ich einem Oeſterreicher gleiche, denn die zuj Oeſterreicher haben meinem Papa Kaiſer Unglück gebracht! un Der Knabe ſchwieg, aber Niemand antwortete ihm, alle Geſichter ſt waren düſter und wehmuthsvoll, und allen Herzen ſchien die ſanfte hi melodiſche Stimme des Prinzen wie ein Lied der Klage, der Trauer ha und der ſchmerzlichen Erinnerungen erklungen zu ſein, denn Thränen ic rollten über die bleichen Wangen der Gräfin nieder, Thränen um⸗ düſterten die Augen Iſabey's, daß er nicht malen konnte, und ſelbſt die Augen des achtzigjährigen Fürſten fanden dieſes ſalzige Naß wieder, das ſeit manchem langen Jahr ſeine Wimpern nicht be⸗

feuchtet hatte.

Aber er wollte dieſer Stimmung nicht nachgeben, er wollte ſich ihr mit Gewalt entreißen. Er neigte ſich nieder und drückte einen Kuß auf Napoleons goldene Locken. Mein Kind, ſagte er leiſe, er⸗ zählen Sie dieſe Geſchichte Niemanden anders, als uns, und ſagen Sie es Niemand, daß Sie kein Oeſterreicher ſein wollen. Und jetzt, Sire, jetzt erlauben Sie mir, Ihnen das kleine Geſchenk zu zeigen, das ich Ihnen mitgebracht habe.

Er zog ein kleines Käſtchen von rothem Maroquin aus ſeinem Buſen hervor und reichte es geöffnet dem Prinzen dar. Es enthielt einige große Medaillen von ſeltener Schönheit, Medaillen, die einſt bei Gelegenheit und zur Feier der Geburt des Königs von Rom ge⸗ ſchlagen worden.

Es iſt ein Andenken an Frankreich, ſagte der Fürſt lächelnd, er⸗ kennen Sie wohl dieſe Medaillen?

Der kleine Prinz betrachtete ſie aufmerkſam. Ja, ſagte er mit einem ſanften Lächeln, ich erkenne ſie, dieſe Medaillen ſind gemacht, als ich noch König war?*)

Und wer hat Ihnen denn geſagt, daß Sie jetzt nicht mehr König ſind? fragte der Fürſt.

d*.* Der Kaiſer von Oeſterreich und die Kaiſerin, ſagte Napoleon traurig, und die kleinen Erzherzöge ſagen es mir, ſo oft ich mit ihnen *) Des Prinzen eigene Worte. Siehe: Comte de la Garde. 105