Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 1. Band (1859)
Entstehung
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Er nickte mir zu und ſagte: ich müſſe aber ganz ſtill ſein, er habe heute noch viel zu arbeiten, denn er wolle die Nacht zur Armee ab⸗ reiſen. Ich lag auch ganz ſtill, ſo ſtill, als ob ich ſchliefe. Da kam Herr Miniſter Maret herein, und kaum hatte er die Thür geſchloſſen, ſo rief er: Sire, die Oeſterreicher ſind ſchon in Frankreich! Die Oeſter⸗ reicher auch? rief mein Papa; oh, Maret, Maret, dieſe Oeſterreicher ſind mein Unglück. Sie haben mich immer betrogen, immer getäuſcht, die Oeſterreicher haben es nie ehrlich gemeint! Sie ſehen jetzt, daß ich ſchwach bin, und deshalb hoffen ſie, daß ſie mich zertreten können. Herr Maret ſagte: Sire, iſt nicht Ihr eigener Sohn ein halber Oeſter⸗ reicher? Nein, nein, rief mein Papa, er ſoll immer nur ein ganzer Franzoſe ſein, denn das öſterreichiſche Blut hat Frankreich immer nur Unglück gebracht. Gott verhüte alſo, daß mein Sohn ein halber Oeſter⸗ reicher wäre, und Gott verhüte, daß er jemals ein ganzer Oeſterreicher werden ſollte. Schwören Sie mir, Maret, daß Sie das nicht leiden wollen, ſchwören Sie mir, daß Sie meinen Sohn lieber tödten, als leiden wollen, daß man ihn nach Oeſterreich bringt, und ihn zu einem

Deſterreicher mache. Herr Maret wollte eben antworten, da kam

ein anderer Herr herein, und ſie ſprachen von anderen Dingen. Ich lag noch immer da zu den Füßen meines Papa's, und während ſie dachten, daß ich ſchliefe, hatte ich Alles gehört, und ich that leiſe den Schwur, den Herr Maret nicht hatte leiſten wollen, ich ſchwur: nie⸗ mals ein Oeſterreicher zu werden, und lieber zu ſterben, als nach Oeſterreich zu gehen! Ach, aber ich habe doch nicht Wort halten können, und ſie haben mich doch nach Oeſterreich gebracht; ich konnt's nicht hindern, und ich wäre freilich gern geſtorben, aber ich wußte nicht, wie man's anfangen muß, um zu ſterben, und ſo hab' ich's denn leiden müſſen, daß ich nach Oeſterreich gebracht wurde. Aber ein Oeſterreicher will ich doch niemals werden, denn ſonſt würde mein Papa mich nicht mehr lieb haben. Nein, nein, ein Oeſterreicher will ich niemals werden; wenn ich erſt größer bin, ſo werde ich auch lernen, wie man's machen muß, um zu ſterben, und wenn ſie dann verlangen, daß ich ein Oeſterreicher werde, ſo ſterbe ich, ganz gewiß, dann ſterbe ich, damit mein Papa mich lieb behält! Und darum, Herr Fürſt, darum

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