Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 1. Band (1859)
Entstehung
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aller der berühmten und erlauchten Perſonen, die ſich jetzt hier befinden, malen dürfte, und ich hätte eigentlich bei Ihnen den Anfang machen müſſen.

Ah gewiß, lachte der Fürſt, in meiner Eigenſchaft als Großmeiſter des Alters!

Nein, Durchlaucht, in Ihrer Eigenſchaft als Vorbild alles Deſſen, was es Großes und Ruhmvolles in dieſem Jahrhundert giebt, ſagte Iſabey ſich tief verneigend.

Der Fürſt wandte ſeine Augen wieder dem Portrait zu. Dies Bild hat eine wunderbare Aehnlichkeit mit einem andern Portrait, das ich beſitze, ſagte er, mit einem Portrait, das Joſeph den Zweiten als Kind darſtellt, und das mir Maria Thereſia zum Geſchenk gemacht hat. Nun, Sire, ich gratulire Ihnen, dieſe Aehnlichkeit mit einem großen Mann iſt eine glückliche Vorbereitung für die Zukunft!

Sagen Sie, Fürſt, fragte der Knabe haſtig, war dieſer Joſeph der Zweite, von dem Sie ſagen, daß ich ihm ähnlich ſehe, war er ein Oeſterreicher?

Ja, Sire, ein Kaiſer von Oeſterreich.

Dann thut es mir leid, daß ich ihm ähnlich ſehe!

Und weshalb, Sire?

Der Prinz hob ſeine großen blauen Augen langſam zu dem Fürſten empor, und ließ ſie dann mit einem forſchenden Ausdruck in dem Zimmer umher gleiten. Ich will es Ihnen erzählen, ſagte er, denn Sie, und die liebe Quiou und Freund Iſabey werden mir nicht böſe darüber ſein, und Sie werden es alle Drei keinem Menſchen wieder ſagen, auch nicht, fügte er leiſe hinzu, auch nicht meiner Mutter, der Kai⸗ ſerin! Ich will Ihnen alſo erzählen, weshalb ich mich nicht freue, daß ich einem Oeſterreicher ähnlich ſehe. An dem Tage, an welchem ich meinen Papa Kaiſer zum letzten Mal ſah, war mein lieber Papa ſehr ernſt und traurig. Er ſpielte und lachte nicht mit mir, wie er ſonſt gethan, er ließ mich nicht exerciren und commandiren, ſondern er ſah mich immer ſo traurig an, ach, ſo traurig, daß ich auch gar nicht mehr ſpielen und lachen mochte, ſondern ganz ſtill zu ihm hinſchlich, mich zu ſeinen Füßen niederſetzte, und meinen Kopf auf ſein Knie legte.