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kommenheit in die Arme, und drückte einen Kuß auf ihre Stirn. Sei nochmals willkommen, meine Tochter, ſagte ſie. Ich verſpreche Dir hiermit feierlich meinen Schutz, meine Protektion und meine Liebe, und werde thun, was in meinen Kräften ſteht, um die beklagenswerthe und demüthigende Stellung, in der Du Dich befindeſt, zu erleichtern.
Marie Louiſe empfand jedes dieſer anſcheinend ſo herzlichen und zärtlichen Worte wie einen Dolchſtoß, und ihr verwundetes Herz ſtrömte ſein Blut in ihre Wangen.
Ich bin gewiß, ſagte ſie, ſich dem Kaiſer zuwendend, ich bin ge⸗ wiß, daß mein theurer Vater Alles thun wird, um mein Glück und meine Zukunft zu ſichern, und um mir eine Stellung zu geben, wie ſie einer Kaiſerin gebührt, deren Majeſtät von allen Fürſten Europa's anerkannt worden.
Kaiſer Franz huſtete leicht, wie er es zu thun pflegte, wenn irgend eine Sache oder Situation ihn genirte und ihm unbequem war. Mein Kind, ſagte er, ſeine lange dürre Hand auf Marie Louiſens Schulter legend, ſprechen wir halt ganz aufrichtig miteinander, und ſehen wir die Sachen klar und deutlich, ſo wie ſie ſind. Du nennſt Dich eine Kaiſerin, und ſagſt, ganz Europa habe Deine Majeſtät anerkannt. Das kann möglich ſein, aber es iſt halt ſchon ſo lange her, und iſt ſeitdem ſo Vieles paſſirt, daß ich die Dinge, die ſo lange her ſind, darüber vergeſſen habe. Ich weiß nur, daß meine Tochter Marie Louiſe, die wegen einer Badekur nach Aix gegangen war, zu uns zu⸗ rückgekehrt iſt, und daß wir gekommen ſind, die heimgekehrte Erzher⸗ zogin von ganzem Herzen willkommen zu heißen. Als meine Tochter kannſt Du über Alles, was ich habe, verfügen, und jedes meiner Schlöſſer, welches Du wählen magſt, gebe ich Dir, jeden Wunſch, den ich Dir erfüllen kann, erfülle ich Dir mit Freuden. Aber als Sou⸗ verainin und als Kaiſerin kenne ich Dich nicht.*)
Marie Louiſe ſenkte traurig ihr Haupt auf ihre Bruſt, und ein ſchwerer Seufzer entwand ſich ihrem Herzen.
Aber Sie ſollten doch der Verlaſſenheit und Hülfloſigkeit unſerer
*) Des Kaiſers eigene Worte. Siehe: Méueval, Mémoires. III. 5.


