Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 1. Band (1859)
Entstehung
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und Sie werden damit anfangen, daß Sie Ihre Entlaſſung anbieten! An's Werk alſo, mein theuerſter Grafl

Ja, an's Werk, ſeufzte Graf Neipperg, indem er ſich erhob und zum Gehen anſchickte, aber ich verſichere Ew. Durchlaucht, daß mir ſehr bange iſt, und daß ich vor dem morgenden Tage mehr Sorge und Furcht empfinde, als ich jemals an dem Vorabend einer Schlacht ge⸗ habt habe. Morgen erwartet mich auch eine Schlacht, nur werde ich meine Wunden nicht außen an meiner Stirn, ſondern innen an meinem Herzen empfangen!

Nun, dieſe Angelegenheit wird, denke ich, ihren normalen Lauf gehen, ſagte Metternich, als der Graf ihn verlaſſen hatte und er wieder allein war. Der ſchöne und liebenswürdige Graf Neipperg wird ſeine Schuldigkeit thun und die Feſtung erobern. Ich werde ihm dabei helfen und einige Hülfstruppen für ihn in's Feld rücken laſſen. Die Kaiſerin Marie Louiſe hat in Paris gelernt, daß die öffentliche Meinung eine wichtige Sache iſt, und daß man das Murren des Volkes nicht unbeachtet laſſen darf. Wir wollen ihr beweiſen, daß es auch in Wien eine öffentliche Meinung giebt, daß das Volk auch hier zu murren ver⸗ ſteht, wenn ihm eine Sache nicht gefällt. Sie ſoll erkennen müſſen, daß unſerm lieben Wiener Volk ihre Kaiſerlivréen und ihre Kaiſer⸗ wappen durchaus nicht gefallen!

II. Marie Touiſe.

Marie Loniſe ging mit haſtigen, unruhigen Schritten in ihrem Kabinet auf und ab, zuweilen forſchende Blicke nach dem Fenſter hin⸗ werfend, dann bei dem geringſten Laut ſtehen bleibend und horchend.

Sie werden ſehen, meine liebe Gräfin, ſagte ſie dann nach einer langen Pauſe, indem ſie ſich an die Dame wandte, die neben dem Tiſch