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in Träumereien über die Zukunft, und wir wollten zunächſt doch von der Gegenwart ſprechen. Ich wiederhole Ihnen alſo, theuerſter Graf, machen Sie vus der franzöſiſchen Kaiſerin wieder eine deutſche Erz⸗ herzogin und ſeien Sie der Zufriedenheit des Kaiſers und Ihres eigenen Glückes gewiß.
Man ſieht wohl, Durchlaucht, daß Sie die Kaiſewn wenig be⸗ obachtet haben, ſagte Graf Neipperg ſeufzend, ſie iſt treu in ihrem Lieben und in ihrem Haſſen. Sie liebt Napoleon und haßt mich! Ich glaube und fürchte daher, Durchlaucht, daß es zur Erreichung Ihres Planes nothwendig ſein wird, daß Sie einem anderen, der Kaiſerin weniger verhaßten Ehren-Cavalier dieſe Miſſion anvertrauen: die Kaiſerin ihre Liebe vergeſſen zu machen. Es iſt für mich ein tiefer Schmerz, eingeſtehen zu müſſen, daß ich nicht im Stande bin, dieſe herrliche und glanzvolle Miſſion auszuführen, aber ich hatte Ihnen die Wahrheit verſprochen und ich mußte ſie alſo ſagen.
Blinder Amor, wirklich, die Frauen haben Recht, Sie den blinden Amor zu nennen. Sie ſehen nicht, mein Freund! Nun, ich will Sie ſehend machen! Ich gehe alſo auf Ihren Vorſchlag ein: zeigen Sie ſich heute nicht bei der Kaiſerin, gehen Sie morgen früh zu ihr und bieten Sie ihr an, daß Sie, um ihrem Wunſche zu genügen, bei dem Kaiſer um Ihre Entlaſſung nachſuchen und bitten würden, für Marie Louiſe einen andern Ehren⸗Cavalier zu beſtimmen.
Sie wird mein Anerbieten annehmen, ſie wird mich entlaſſen, rief der Graf mit zitternder Stimme und mit erbleichenden Wangen.
Wir werden ja ſehen, ob ſie es thut, ſagte Metternich lächelnd. Es iſt die Probe meines Erempels; wenn Marie Louiſe Sie wirklich entläßt, ſo habe ich falſch gerechnet; wenn ſie es nicht thut, ſo werden
Sie ſich Ihrer Miſſion erinnern, und der Ehren⸗Cavalier der Kaiſerin wird all ſeinen Geiſt und ſeinen Witz anwenden, die Kaiſerin in eine Herzogin, Sie ſelber in einen Staatsminiſter zu verwandeln. Ich werde Ihnen bei dieſem Bemühen nach beſten Kräften beiſtehen, und mich mit Ihnen verbinden, um das Glück, die Zukunft und Ruhe Marie Louiſens zu ſichern. Ich werde damit anfangen, die Kai⸗ ſerin zu veranlaſſen, daß ſie ihre Livréen und ihre Wappen ändert,


