Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 1. Band (1859)
Entstehung
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Ii. Der Beirathsantrag.

So, hier im Wagen iſt es bequem und angenehm, ſagte Friede⸗ rike Hänel, indem ſie ſich mit einem Ausdruck des Behagens in die Polſter zurücklehnte, und dann ihre blitzenden, ſchwarzen Augen mit einem forſchenden Ausdruck auf den jungen Mann heftete, der mit düſterem, gedankenvollem Geſicht ſich an ihre Seite geſetzt hatte. Hier tönnen wir ungenirt plaudern, fuhr ſie fort, Niemand kann uns hier belauſchen und unſere Pläne verrathen.

Nun denn, rief der junge Mann lebhaft, ſo laſſen Sie mich Ihnen hier die Frage wiederholen, die ich ſchon vorher an Sie richtete, und deren Beantwortung Sie mir hier im Wagen verſprachen.

Was fragten Sie doch? fragte Friederike gleichgültig, indem ſie ihren großen Fächer von grünem Taffet langſam auf und zu klappte.

Ich fragte Sie im Namen meines unglücklichen Vaterlandes, das durch mich ſeine Hände flehend zu Ihnen erhebt, im Namen meines unglücklichen Königs, der durch mich zu Ihnen ſpricht, ich fragte Sie, ob Sie dieſen Beiden nicht Ihre hülfreiche Hand darreichen wollten? Ich wandte mich an die Großmuth Ihres Herzens und forderte Ihre Unterſtützung für das von fremden Soldaten beſetzte, von fremden Be⸗ hörden verwaltete Sachſen, für den König Friedrich Auguſt, der aus ſeinem Lande verjagt, unglücklich und verlaſſen umherirrt. Wollen Sie uns dieſe Unterſtützung gewähren?

Wahrhaftig, rief Friederike lachend, Sie geben Sich den Anſchein als glaubten Sie, in meiner Hand allein ruhe die Krone Sachſens, und ich ſei es, die ſie Ihrem König entzogen habe. Gott bewahre mich aber davor, dieſe unglückliche Krone in meinem Beſitz zu haben, denn ſie wird der Eris⸗Apfel ſein, den die Götter der Zwietracht auf die grüne Tafel des Congreſſes geworfen haben, und an dem die ganze Herrlichkeit der deutſchen Einheit und Größe zerſchellen wird. Glauben Sie mir, ich, die ich bis zu dieſer Stunde noch gar nichts bin, die ich

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