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Jetzt ſprechen wir von etwas Anderem! Aber horch, was bedeutet dieſes ungeheure Jubelgeſchrei?
Es bedeutet, daß der Kaiſer Alexander ſich von ſeinem Sitz er⸗ hoben hat, und wie es ſcheint, einen Toaſt ausbringt. Hören Sie nur, er ſpricht jetzt, und Alles hört ihm zu in athemloſer Andacht.
In der That, weithin über den unermeßlichen Platz hörte man jetzt die klare und volltönende Stimme des Kaiſers Alexander, der das Glas mit purpurrothem Wein hoch emporhaltend, mit ſtrahlendem An⸗ geſicht und lebhaftem Redefluß zu der Verſammlung ſprach.
Als er geendet, erhob ſich auf's Neue weitſchallender unermeßlicher Jubel, der nicht blos von den Tiſchen der Soldaten, ſondern auch von den Tribünen ertönte. Ueberall hatte man ſich, ſobald der Kaiſer zu ſprechen begonnen, von ſeinen Sitzen erhoben, die Herren Diplomaten in der Fremdenloge hatten ihre Häupter entblößt und ſchauten mit ehr⸗ erbietiger und unterwürfiger Miene zu dem jungen Kaiſer hin, den ſeine Schmeichler den„Agamemnon“, ſeine Freundinnen den„Engel“ nannten. Die Damen, welche hinter den beiden Kaiſerinnen auf der Tribüne ſaßen, hatten ſich erhoben, und ſchauten mit glühenden Wangen und blitzenden Augen zu dem ſchönen Kaiſer hin, der jetzt ſeit ſeiner Anweſenheit in Wien alle Herzen beſchäftigte, alle Sehnſucht und alle Wünſche in ſich vereinigte, und neben dem alle deutſchen Fürſten im Schatten ſtanden. Die Kaiſerin Eliſabeth auch blickte mit entzücktem ſchwärmeriſchem Ausdruck hinüber zu dem Gemahl, und ſeine Stimme traf ihr Ohr, wie ſüße Muſik. Aber dieſe Muſik ſchien ihrem Herzen nur wehmüthige Gefühle zu erregen, denn ſie ſeufzte tief auf, und ein ſchmerzliches Zucken flog durch ihre Züge hin. Dann wandte ſie mit einer haſtigen Bewegung das Haupt um, nach jener Seite, wo die Ehrendamen der öſterreichiſchen Kaiſerin ſaßen. Mit einem ſcharfen ſchnellen Blick richteten ſich die Augen der Kaiſerin Eliſabeth auf eine junge Dame, deren zarte, liebliche Erſcheinung, deren reine, erhabene Schönheit, deren anmuthsvolle Geſtalt allerdings im Stande war, die Blicke zu feſſeln, und Aller Augen auf ſich zu ziehen. Die junge Dame aber gewahrte nicht das Anſchauen Eliſabeth's, ihre großen ſchwarzen Augen, aus denen eine tiefe innere Gluth ſtrahlte, waren


