Teil eines Werkes 
4. und letzte Abtheilung, Die Wiener Conferenzen : 1. Band (1859)
Entstehung
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die Andern, in den Tagen ſeiner Größe dem Kaiſer Napoleon gehul⸗ digt und ihm Treue und Ergebenheit gelobt hat, ſondern weil er dem Bundesgenoſſen dieſe Treue auch bewahrt hat in den Zeiten ſeines Unglücks und ſeiner Erniedrigung. Sie werden ein ſelbſtſtändiges, edles Volk nicht verſchenken wollen, wie eine Waare, die man heute Dieſem, morgen Jenem verkauft, ſie werden deutſche Herzen nicht zwingen wollen, ſeiner Liebe zu ſeinem angeſtammten alten Königs⸗ hauſe zu entſagen, und einem neuen Herrſcher ſich zu geloben, während ihr König und ihr Herr, dem ſie Liebe und Treue geſchworen, noch lebt, und ſie zu ſich ruft mit ſeinen Thränen und ſeinen Seufzern! Oeſterreich wird es nicht zugeben, daß ſich Preußen auf ſo widerrecht⸗ liche Art bereichere, Baiern und Würtemberg werden dagegen proteſtiren, daß ſich Preußen auf Koſten eines deutſchen Volkes ſo ſtark machen wolle; England wird in ſeiner Loyalität einen ſolchen Raub nicht billigen und ſanctioniren, und endlich Frankreich, das neue Frankreich, das durch die nächſten Bande der Verwandtſchaft mit Sachſen verknüpft iſt, Frankreich wird es nicht dulden, daß dieſes Sachſen, deſſen unglück⸗ licher König der Oheim des Königs von Frankreich iſt, jetzt dem länder⸗ gierigen Preußen als Siegespreis hingeſchleudert werde!

Ah, Sie berühren da mit keckem Finger die Wunde, an welcher der Congreß blutet, bevor er noch zu wirken begonnen hat, rief Friederike lachend, bevor die Herren Diplomaten noch ihre Zungen und ihre Federn in Bewegung geſetzt haben! Aber Sie werden ſehen, daß die Herren Diplomaten ſchon ein Pflaſter erfinden werden, um dieſe Wunde zu ſchließen, und daß ſie Preußen als Wundarzt und Pflaſterſchmierer dabei engagiren werden. Ja, ja, glauben Sie mir, Preußen hält ſich ſchon ein Pflaſter für das unglückliche, blutende Sachſen bereit, und es wird es auf Eure Wunden drücken, daß ſie nicht mehr bluten, und auf Eure Lippen, daß ſie nicht mehr ſchreien können. Hoffen ſie nicht zu viel auf die Redlichkeit und die Treue der Diplomaten. Sachſen iſt für ſie nur eine offene Frage, und der König von Sachſen iſt ein armer, ſchwacher Greis, der weder Orden, noch Brillanten, noch Titel und Ehren zu bieten hat, ein armer Bittſteller, der mit ſeinem guten Recht vor den Thüren der Mächtigen betteln