Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 4. Band (1859)
Entstehung
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Aber während der Kaiſer den Kampf überdachte, überlegten ſeine Marſchälle den Frieden.

Sie hatten ſich zu einer geheimen Berathung in einem der abge⸗ legenen Säle von Fontainebleau zurückgezogen. Da war ſein alter, treuer Waffengefährte Michel Ney⸗ der Fürſt von der Moskwa, da war Macdonald, der Herzog von Tarent, Lefebre, der Herzog von Danzig, Oudinot, der Herzog von Roggio. Sie Alle dankten Napo⸗ leon ihre Größe, ihren Namen und ihren Ruhm, und es war daher verzeihlich, wenn er jetzt auf ihre Dankbarkeit hoffte.

Aber Dankbarkeit gegen Diejenigen, welche gefallen ſind, welche nichts mehr zu geben haben, deren Unglück wie eine Krankheit iſt, die man fliehen muß, um nicht von ihr angeſteckt zu werden!

Napoleon war allein in ſeinem Zimmer, die Marſchälle aber waren beiſammen in dem abgelegenen Saal, und mit düſteren Geſich⸗ tern und mit leiſen, flüſternden Stimmen ſprachen ſie zu einander.

Er iſt ein verlorner Mann, ſagte Oudinot leiſe. Er rollt den Abgrund hinunter, und Diejenigen, welche ſich an ihm halten wollen, werden mit ihm fallen.

Man muß ihn daher los laſſen, flüſterte Lefebre. Er iſt ſo ſchwer und gewichtig, daß wir ihn nicht aufzuhalten vermögen; die Klugheit gebietet alſo, daß wir uns fern halten von der Lawine, die uns ver⸗ ſchütten könnte.

Wir haben für ihn gelitten und geblutet Jahre lang, ſagte Mac⸗ donald, jetzt wäre es an der Zeit, daß er für uns litte und für uns blutete. Sein Tod würde alle Abgründe ſchließen, alle Schwierigkeiten ebnen und alle Wirrniſſe ausgleichen.

Ja, es iſt wahr, murmelte Ney, ſein Tod würde uns neues Leben geben. Aber er wird nicht ſterben, ſein Herz iſt von Bronce, das bricht nicht.

Nein, er wird nicht freiwillig ſterben, ſagte Oudinot.

Die Marſchälle ſchwiegen und ſchaueten einander an mit finſteren, ſeltſamen Blicken. Jeder ſchien in der Seele des Anderen leſen und

die düſteren Gedanken errathen zu wollen, die auf dem Grunde der⸗

ſelben zu flüſtern begannen.