Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 4. Band (1859)
Entstehung
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daß ich'n bischen dazu geholfen hab', daß er'runter mußt von ſei⸗ nem Thron.

Na, ich denk', ich hab' auch'n bischen geholfen, ſagte Chriſtian Hennemann feierlich, denn hätt' ich nicht immer die Pfeifen ſo gut im Stand gehalten, ſo hätt' der Herr Feldmarſchall nicht immer ſo präch⸗ tige Gedanken gehabt und hätt' ſo gut Vorwärts commandiren können. Man kann nur ordentlich ſiegen, wenn die Pfeife ordentlich brennt.

Haſt recht, Pipenmeiſter, ſo iſt es, ſagte Blücher lächelnd. Die Pfeife, aber was iſt das? Ging da nicht'n Kanonenſchuß los, und da noch einer. Wär's am Ende nun doch nichts mit der Capitulation und ging's Bombardement los?

Nein, Excellenz, ſagte Gneiſenau lächelnd, die Hoffnung müſſen Sie aufgeben! Es ſind die Kanonenſchüſſe, welche den Truppen das Zeichen geben, daß die Monarchen angelangt ſind, und daß man ſich ordnen ſoll zum feierlichen Einzug.

Na, dann leben Sie wohl, dann machen Sie, daß Sie fortkommen, rief Blücher eifrig, indem er Gneiſenau und Voelzke nach der Thür hindrängte.

Sie gingen, und der Feldmarſchall war jetzt wieder allein mit Chriſtian Hennemann.

Na, Pipenmeiſter, ſagte er, nun gieb mir mal'nen Stummel her, während die Anderen in Paris einziehen, da ſollſt Du mir auch ein Vergnügen machen!

Komm mal her, Pipenmeiſter, und ſinge mir mal das plattdeutſche Lied, das Du ſangſt den Tag, als Du bei mir in Kunzendorf ankamſt!

Die Kanonen donnerten fort und fort; die Monarchen hielten ihren feierlichen Einzug in Paris und während deß ſaß der Feldmar⸗ ſchall mit ſeinem grünen Damenhut auf dem Kopf in ſeinem einſamen Stübchen und ließ behagliche Rauchwolken aus ſeinem Stummel in die Luft wirbeln. Niemand war bei ihm, als der Pipenmeiſter Chriſtian Hennemann, der mit ſchallender Stimme ſang:Spinn doch, ſpinn doch, mihn lütt lewes Döchting!