Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 4. Band (1859)
Entstehung
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es heißt, unter meiner ärztlichen Behandlung und Pflege ſei der Feld⸗ marſchall Blücher erblindet. Denn ich ſage Ihnen, Sie werden blind werden, ich werde Ihre Augen alsdann nicht mehr erretten können.

Bleiben Sie hier, Excellenz, bat Gneiſenau, ſchonen Sie Ihre lieben, guten Augen, die beſtimmt ſind, noch viel Schönes zu ſehen, und mit ihren Heldenblicken die Welt zu erfreuen. Was kann Ihnen der Triumph einiger Stunden bedeuten, Ihnen, für den jeder Tag ein Triumph ſein wird, und den das ganze befreite Deutſchland erwartet, um ihm ſeinen Dank und ſeine Liebe entgegen zu jubeln?

Ach, es iſt mir nicht um des Triumphes willen, rief Blücher un⸗ wirſch. Aber ich hab' mir's ſieben Jahre lang als meinen einzigen Troſt und meine einzige Hoffnung zugeſchworen, daß ich, dem Bona⸗ parte zum Trotz, im Triumph in Paris einziehen wollt', wie der Bona⸗ parte in Berlin eingezogen iſt, und nun wollt Ihr, daß nichts daraus werden ſoll!

Sie halten doch Ihren Triumpheinzug in Paris, rief Gneiſenau, und wenn Ihre Perſon auch nicht dabei iſt, Ihr Name fliegt doch, wie unſere ſchönſte Siegesfahne, über den einziehenden Monarchen da⸗ hin, und Jedermann weiß und ſieht es doch, daß Blücher der Held und der Sieger iſt.

Bleiben Sie alſo hier, bat Voelzke, denken Sie an die Schmerzen, die Sie ſchon erlitten haben, an die furchtbaren Schmerzen, die Sie dann erleiden werden, und von denen ich Ihnen dann nicht mehr verſprechen könnte, daß ſie aufhören werden! Bleiben Sie alſo hier!

Ja, Herr Feldmarſchall, bat Chriſtian Hennemann mit Thränen in den Augen, thun Sie doch, was der Doctor ſagt, bleiben Sie doch hier, damit Sie nicht blind werden. Denn ſehen Sie mal, Herr Feld⸗ marſchall,'n blinder Menſch, das iſt gerade man ſo viel, als'ne ver⸗ ſtoppte Pfeife, die keine Luft hat, ſie gehen Beide aus.

Na meinetwegen, rief Blücher, ich bleib' hier. Es ſchadet auch nichts! Mein Tagewerk iſt vollbracht und es liegt mir nichts daran, ob ich im Triumph in Paris einziehe, oder in der Stille. Meinen Theil am Siege, den hab' ich doch und den kann mir Niemand nehmen. Runter iſt er nun, und das wird mir doch Niemand abſtreiten,