In dieſem Augenblick öffnete ſich die Thür, und der General Gneiſenau, begleitet von dem Generalarzt Doktor Voelzke, trat ein.
Wie? rief Gneiſenau erſtaunt, vor einer Stunde finde ich Sie im Bett, im furchtbaren Fieber, klagend über Ihre ſchmerzenden Augen, und jetzt ſind Sie nicht allein aufgeſtanden, ſondern in vokler Toilette und, wie's ſcheint, zum Einzug bereit?
Na ja, natürlich, ſagte Blücher trotzig. Den Einzug muß ich doch mithalten, und muß doch mein Wort erfüllen, muß'rein nach Paris, nachdem ich geholfen, Ihn'raus zu bringen.
Das heißt, rief Doktor Voelzke, Sie wollen Ihr Wort brechen und Ihrem Schwur untreu werden?
Was denn für'n Schwur? fragte Blücher erſtaunt.
Haben Sie mir nicht vor vier Tagen Ihr feierliches Wort gegeben, Excellenz, daß Sie ſich vierzehn Tage lang meiner Cur unterwerfen und alle meine Vorſchriften getreulich erfüllen wollen?
Ja, das habe ich gethan, brummte Blücher, und ich denk', ich hab' auch mein Wort erfüllt. Hab' Ihre Latwergen, Kräuterthee's und Medicinen verſchluckt und einreiben laſſen und Fflaſter gelegt, Alles wie Sie wollten, obwohl ich ſagen muß, daß es noch nichts ge⸗ holfen hat.
Aber die Augen ſind doch nicht ſchlimmer geworden, und ſie wer⸗ den bald beſſer werden, wenn Sie auch ferner meinen Anordnungen folgen.
Na ja, was wollen Sie denn, daß ich thun ſoll?
Hier ſollen und müſſen Sie bleiben. Dürfen nicht ſechs oder acht Stunden zu Pferde ſein und ſich ſtrapaziren, dürfen nicht viele Stunden ſich dem Staub und der Sonnenhitze ausſetzen.
Was? Ich ſollte den feierlichen Einzug in Paris mit den Monarchen nicht mitmachen? rief Blücher empört.
Ich beſchwöre Ew. Excellenz es nicht zu thun, ſagte der Arzt mit eindringlichem Ton. Gönnen Sie ſich einige Tage der Ruhe und Er⸗ holung und Ihre Augen werden geneſen; ſetzen Sie ſich aber heute dieſen Strapazen, dem Staub und der Hitze aus, ſo komme ich nie wieder über Ihre Schwelle, denn ich will dann nicht die Schande erleben, daß
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