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von Paris hinter den Eſſonne⸗Bach zu führen; dort ſollen ſie ſich auf⸗ ſtellen und meine weiteren Befehle abwarten! Vorwärts jetzt! Nach Fontainebleau!—
Der Wagen rollte wieder mit raſtloſer Eile dahin auf dem Wege, den er vorher gekommen. Das marmorne, bleiche Antlitz des Kaiſers durchleuchtete wieder die Nacht— aber es war nicht mehr nach Paris hingewandt, es war nicht mehr voll kühnen Muthes, voll Hoffnung und Energie, ſondern todesmatt, verzweiflungsvoll, hoffnungslos!
Zwölf Uhr ſchlug's vom Kirchthurm des Dorfes Juriſſy, als der Kaiſer vor dem dortigen Poſthaus, Cour de France, anhielt und die Pferde wechſeln ließ.
Caulaincourt, ſagte er raſch und haſtig, ſteigen Sie aus, nehmen Sie Courierpferde und eilen Sie nach Paris in's Hauptquartier des Kaiſers Alexander! Hindern Sie die Capitulation, treten Sie in meinem Namen dazwiſchen! Ich gebe Ihnen unbeſchränkte Vollmacht! Unterhandeln Sie, ſchließen Sie jeden Vergleich ab, der mich als Oberhaupt von Frankreich gelten läßt! Eilen Sie!*)
Die Uhr hatte aufgehört zu ſchlagen, die Mitternachtsſtunde war vorüber und ein neuer Tag begann, eine neue Zeit ſtieg aus dem Schooße der Nacht hervor!—
Hell und glänzend ſtrahlte die Sonne am nächſten Morgen empor. Sie ſollte den Verbündeten zu ihrem Triumphzug ſtrahlen. In der Nacht um' zwei Uhr war die Capitulation mit den Marſchällen Mar⸗ mont und Mortier abgeſchloſſen. Die Marſchälle hatten bis Morgens ſieben Uhr des einunddreißigſten März freien Abzug der Truppen er⸗ halten, und die Zuſicherung, daß die Zeughäuſer, Werkſtätten, Maga⸗ zine, Fabriken, Muſeen u. ſ. w. in statu quo ſollten erhalten bleiben. Dagegen ſollte die Nationalgarde und Gensdarmerie entwaffnet werden, und die nach ſieben Uhr zurückbleibenden Verwundeten und Nachzügler Kriegsgefangene werden. Die Stadt Paris war der Großmuth des Siegers empfohlen.**)
*) Beitzke. III. S. 496. **) Mémoires du Duc de Rovigo. Vol. IMII.


