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gerade habe der Kaiſer ihr den Regentſchaftsrath beigeſellt, daß er ihr Rathgeber ſei und ihre Schritte beſtimme.
Nun hatte König Joſeph einen Brief des Kaiſers vorgelegt, der wohl geeignet war, den Willen des Kaiſers zu erkennen und das Thun ſeiner Gemahlin zu beſtimmen.
Dieſer Brief war datirt aus Rheims, vom fünfzehnten März, und lautete alſo„Nach meinen mündlichen Inſtructionen, die ich gegeben halh 5 pen aller meiner e darfſt Du in kin
5 n. Ich werde ſo manveuvriren, daß Du vielleicht mehrere Tage lang keine Nachricht von mir erhältſt. Wenn der Feind mit ſolcher Macht gegen Paris rückt, daß jeder Widerſtand unmöglich wäre, ſo laß die Regentin, meinen Sohn, die Großwürdenträger, die Miniſter, die Großbeamten der Krone, den Baron La Byuillerie und den Schatz in der Richtung nach der Loire abgehen. Verlaß meinen Sohn nicht und bedenke, daß ich ihn lieber in der Seine, als in den Händen der Feinde Frankreichs ſehen würde. Das Schickſal des Aſtha⸗ nax, des Gefangenen der Griechen, habe ich immer für das unglück⸗ lichſte Geſchick in der Geſchichte gehalten. Dein wohlgeneigter Bruder Napoleon.“*)
Dieſer Brief hatte alſo natürlich über die Frage des Bleibens oder Abreiſens entſchieden. Dem ſo deutlich ausgeſprochenen Willen des Kaiſers konnte man keinen Widerſtand entgegenſetzen. Marie Louiſe hatte ſich alſo entſchloſſen, mit ihrem Sohn und ihrem Gefolge Paris zu verlaſſen und vorläufig nach Rambuuillet zu gehen.
Heute, am Morgen des neunundzwanzigſten März, ſollte die Ab⸗ reiſe geſchehen. Die hochbepackten Reiſewagen ſtanden ſchon im Hof der Tuilerien. Alles war zur Abreiſe bereit.
Doch Marie Louiſe zögerte noch immer. Ihre Reiſetvilette war vollendet, ihre Damen befanden ſich neben ihr im großen Empfangs⸗ ſaal, der ſich immer mehr mit Perſonen füllte, welche das große Reiſe⸗
gefolge der Kaiſerin bilden ſollten.
*) Baron de Meneval: Marie Louise et Napoléon. Vol. II. 230.
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