Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 4. Band (1859)
Entstehung
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Kampfes, und ich bin da. Marmont ſoll einen Boten an den Fürſten Schwarzenberg ſenden und ihm mittheilen, daß ich einen Abgeſandten an den Kaiſer Franz geſchickt mit Vorſchlägeu, die den Frieden zur Folge haben werden. Schwarzenberg wird alsdann zögern, abwarten wollen, und wir werden Zeit gewinnen. Eilen Sie, Dejean, eilen Sie, bedenken Sie, daß das Schickſal meiner Hauptſtadt auf Ihren Schul⸗

tern liegt!

Der General Dejean eilt von dannen. Napoleon wendet ſich nach ſeinem Gefolge um, und ſein raſcher, flammender Blick ſucht ſeinen getreuen Freund, den Herzog von Vicenza.

Der eilt ſchon an ſeine Seite, noch bevor der Kaiſer ſeinen Namen ausgeſprochen hat.

Caulaincourt, ſagte er leiſe und ſanft, Sie hatten Recht. Ich habe zwei Tage verloren! Ich könnte jetzt ſchon in Paris ſein. Das Verderben iſt hinter mir, es will mich zu Boden treten, und der Tod ſelbſt will mich nicht erretten! In der Schlacht bei Arcis⸗ſur⸗Aube habe ich Alles gethan, was ich thun konnte, um einen ruhmvollen Tod zu finden, indem ich den Boden des Vaterlandes Schritt für Schritt ver⸗ theidigte. Ich ſtürzte mich in den wüthenden Kampf, die Kugeln reg⸗ neten um mich her, meine Kleider wurden davon zerriſſen, und doch hat keine mich getroffen. Ich bin ein Menſch, der verurtheilt iſt, zu leben*), ein Menſch, der verurtheilt iſt, zum Wohl ſeines Volkes in ſeine eigene Schmach und Demüthigung zu willigen. Caulaincourt, eilen Sie zum Kaiſer Franz von Oeſterreich. Sagen Sie ihm, ich nähme die letzten Bedingungen an, welche die Verbündeten in Chatillon gemacht. Ich unterſchreibe das Todesurtheil meines Ruhmes! Eilen Sie!— Und nun vorwärts, vorwärts! In zwei Tagen müſſen wir in Paris ſein!

*) Napoleons eigene Worte. Siehe: Bausset: Mémoires. II. 246.