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Conſtant, ſagte der Kaiſer, als der Gerufene eintrat, führen Sie doch Se. Majeſtät den König von Rom zur Frau von Montesquiou, und ſagen Sie ihr, ich würde Se. Majeſtät in einigen Stunden zu einer Spazierfahrt abholen, die ich ganz allein mit ihm machen wolle, ohne alle Begleitung! Adieu, Sire, in einigen Stunden ſehen wir uns wieder.
Aber der Knabe blieb ſtehen und ſah mit ernſten und trotzigen Blicken zu dem Kaiſer empor. Sire, ſagte er, meine liebe Madame Quiou ſagt mir oft, ein König müſſe ſein Wort halten, und erfüllen, was er verſpricht. Nun frage ich Sie, muß ein Kaiſer nicht auch Wort halten?
Gewiß muß er das, Sire!
Nun denn, Majeſtät, ſo bringen Sie mich zu meiner Quiou, rief der Knabe freudig, Sie haben zu ihr geſagt, daß Sie es thun wollten. Kommen Sie, Papa!
Ach, rief der Kaiſer lächelnd, Sie haben Recht, ein Kaiſer muß ſein Wort erfüllen, und hätte er es auch nur einem König verpfändet. Kommen Sie, Sire, ich führe Sie zur Frau von Quiou! Conſtant, erwarten Sie mich hier!—
Nach einigen Minuten kehrte der Kaiſer in ſein Kabinet zurück. Conſtant, ſagte er leiſe und haſtig, ich weiß, Sie liebten die Kaiſerin Joſephine, und Sie haben ſie nicht vergeſſen, nicht wahr?
Sire, die Kaiſerin war meine Wohlthäterin, ihr verdanke ich Alles, was ich bin und ſie war ſtets herablaſſend und gütig gegen mich.
Mehr als die jetzige Kaiſerin, wollen Sie ſagen? fragte der Kaiſer, einen raſchen, forſchenden Blick auf ſeinen vertrauten Kammerdiener werfend, und als dieſer ſchwieg, fuhr Napoleon fort: Es iſt wahr, die junge Kaiſerin iſt weniger freundlich und herablaſſend als meine erſte Gemahlin. Aber das kommt daher, Conſtant, daß man ſie als die Tochter eines Kaiſers erzogen, und ihre Gefühle in die Etiquette ein⸗ gezwängt hat. Joſephine vergaß es zuweilen zu ſehr, daß ſie Kaiſerin war, Marie Louiſe vergißt es zu wenig. Aber ihr Herz iſt gut und ſanft, und niemals würde ſie mich betrüben wollen. Alſo, Conſtant, Du haſt die Kaiſerin Joſephine noch nicht vergeſſen?


