Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 4. Band (1859)
Entstehung
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Küſſe zuwarf, mit einem weniger ceremoniellen Kopfneigen, und verließ dann das Kabinet.

Die Thür hatte ſich kaum hinter ihr geſchloſſen, als der Knabe mit einem glückſeligen Lächeln ſeine beiden Arme um des Kaiſers Nacken ſchlang und mit jubelnder Stimme rief: Jetzt, Papa Kaiſer, jetzt ſind wir allein!

Nicht doch, Sire, ſagte der Kaiſer lächelnd, haben Sie denn dieſe Herren noch nicht geſehen?

Nein, ſagte das Kind, ganz erſtaunt umherſehend, ich habe nur Sie geſehen, Papa!

Der Kaiſer erröthete vor Vergnügen, niemals hatten die Lippen der ſchönſten Frauen Worte geſprochen, die ſein Herz ſo ſehr erfreut hatten, wie dieſe Worte von den Lippen ſeines Kindes. Aber ſeinen Miniſtern gegenüber ſchämte er ſich faſt ſeiner Weichheit, und nahm daher mit Gewalt eine ernſtere Miene an.

Sire, ſagte er, Sie müſſen alſo vor allen Dingen dieſe Herren begrüßen, es ſind meine Miniſter und meine ſehr lieben Freunde.

Ah, dann ſind Sie auch meine Freunde, rief der Knabe mit dem Takt der Höflichkeit, welche aus dem Herzen entſpringt. Leicht von dem Knie ſeines Vaters auf den Teppich des Fußbodens ſich nieder⸗ laſſend, trat der kleine König von Rom einige Schritte auf die Herren zu und machte ihnen eine ſo tiefe Verbeugung, daß ſeine blonden Locken über ſein Antlitz niederrollten, und es wie mit einem goldenen Netz übergitterten.

Verzeihung, meine Herren, ſagte der Knabe, dann das Haupt wieder erhebend und mit einer haſtigen Bewegung ſeine Locken von ſeinem Geſicht fortſchüttelnd, Verzeihung, daß ich Sie nicht geſehen und begrüßt habe. Ich kam zu meinem Papa Kaiſer, weil heute ein Feſttag iſt, weil ich meinem Papa Kaiſer zum neuen Jahr meine Glück⸗ wünſche darbringen wollte. Jetzt ſehe ich Sie, meine Herren, und wenn Sie erlauben, wünſche ich auch Ihnen Allen viel Glück zum neuen Jahr.

Die vier Herren verneigten ſich, und ihre Augen, welche ſich mit dem Ausdruck ſanfter Theilnahme und Rührung auf das liebliche Kind