Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 4. Band (1859)
Entstehung
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trachtend. Dieſer Plan erinnert mich an das Luſtſchloß enbaum, welches Paul der Erſte ſich hatte bauen laſſen. Da waren auch ſolche Eckthürme, ſolche kleine Baſtionen und Laufgräben, und im Innern war das Schloß nicht blos reich an Sälen, ſondern reicher noch an geheimen Treppen und Thüren und übermauerten Gängen.

Und dennoch iſt Paul der Erſte in dieſem Schloß ermordet wor⸗ den, rief der Kaiſer mit ſchnell verdüſtertem Angeſicht. Die geheimen Thüren, die übermauerten Gänge ſchützten ihn nicht vor den Dolchen ſeiner Mörder. Nun, Maret und Savary, was ſagen Sie zu dieſem Plan? Scheint es Ihnen angemeſſen, daß wir den Palaſt des Königs von Rom im Styl einer Feſtung bauen?

Sire, rief Savary eifrig, ein ſo theures Haupt kann gar nicht genug geſchützt werden. Man muß bei einem Palaſt für den König von Rom weniger auf die gefällige Form, als auf die Zweckmäßig⸗ keit ſehen.

Nun, iſt das auch Ihre Meinung, Maret?

Der Herzog von Baſſano ſchwieg einen Augenblick, und ſchaute prüfend auf den Plan hin. Nein, Sire, ſagte er dann, mit ſeinem feinen und vielſagenden Lächeln zu dem Kaiſer aufblickend, nein, Sire, das iſt nicht meine Meinung. Ich glaube, daß man ſich nicht das Anſehen geben muß, als wolle man dem Thronfolger eine Feſtung bauen, und als bedürfe er, inmitten der Hauptſtadt, jemals einer ſol⸗ chen Zuflucht gegen die eigenen Unterthanen. Man würde ſagen, daß Ew. Majeſtät die Baſtille, welche mit dem alten Königthum zerſtört worden, für Ihren Nachfolger wieder aufbauen wollten.

Maret hat Recht, rief der Kaiſer lebhaft. Keine Feſtung! Das Vertrauen, die Liebe und die Anhänglichkeit ſeines Volkes, das muß die einzige Sicherheitswache für einen Fürſten ſein. Die Laufgräben und Baſtionen haben Paul den Erſten nicht gerettet, die größte Vor⸗ ſicht, die verſchloſſenen und bewachten Thüren haben den Sultan nicht vor den Mörderdolchen ſeiner Janitſcharen geſichert; Jeder fällt, wenn ſeine Stunde geſchlagen hat,— ſie wird ſchlagen,— auch für mich wird ſie ſchlagen, und mein Leben wird Demjenigen gehören, der ſein Leben für meines hingeben will. Aber ich werde meinem Sohn lehren,