Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 4. Band (1859)
Entstehung
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Pläne auszuführen und nur mit Schwarzenberg und uns ſich in Ueber⸗ einſtimmung ſetzen. Sind Sie nun zufrieden, Blücher?

Verlangen Sie noch Ihren Abſchied als Geburtstagsgeſchenk? fragte der König.

Ob ich zufrieden bin? rief Blücher freudeſtrahlend. Ob ich meinen Abſchied verlange? Jetzt, da's vorwärts geht, jetzt nähm' ich ihn nicht, den Abſchied, und wenn ihn mir Ew. Majeſtät zur Strafe für mein ungebührliches Betragen doch gäben, ſo ging' ich heimlich mit und kämpft' und ſchlüg drein als gemeiner Soldat. Denn es iſt mir ja nicht um die perſönliche Ehre und um den Ehrgeiz zu thun, ſon⸗ dern um die Ehre und das Recht von ganz Deutſchland, und darum bin ich nicht blos zufrieden, daß es nun Vorwärts geht, ſondern ich dank' dem lieben Gott im Himmel, und meinem König und Herrn, und dem Kaiſer Alexander von ganzer Seele dafür, und dank' Ihnen be⸗ ſonders für das große und gnädige Vertrauen, das Sie in mich ſetzen. Dies Vertrauen, das iſt von allen Auszeichnungen und Ehren, mit denen die beiden Majeſtäten mich überhäuften, mir die ſchönſte und herrlichſte, und ich werd' mit meinem Kopf und meinem Arm mich deſſen würdig zu machen ſuchen. Werd' immer eingevenk ſein, daß ich von meinem König die heilige Miſſion erhalten habe, ihm zu helfen, die Tage von Jena wieder auszulöſchen, und zu machen, daß unſer Engel, die Königin Louiſe, welche auf Erden um uns ſo viele Thränen vergoſſen hat, ſich im Himmel über uns freuen kann, und daß ſeine Stimme ſtockte und verſagte ihm den Dienſt, ſeine Augen, die ſonſt immer ſo blitzend und heiter drein ſchauten, wurden trübe und um⸗ ſchleiert, mit einer zuckenden Bewegung ſeine Hand vor ſeine Augen drückend, ſagte Blücher mit erſtickter Stimme: ich glaub', Gott ver⸗ zeih's mir, ich glaub', ich weine! Es ſind Freudenthränen, und die thun meinem Herzen wohl, und die Majeſtäten werden ſie mir ver⸗ geben! Und nun iſt's auch wieder gut, fuhr er nach einer Pauſe fort. Nun bitte ich, mir Verhaltungsbefehle zu geben, und mir zu ſagen, was geſchehen ſoll, und wann wir über den Rhein gehen?

Gegen Abend langte Blücher von ſeiner Reiſe nach Frankfurt wieder in Höchſt an. Vor ſeiner Thür fand er den General Gneiſe⸗

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