Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 4. Band (1859)
Entstehung
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ſchien es unmöglich, irgend Etwas zu finden, das man Ihnen als Ehrengeſchenk darbringen könnte.

Und ſo haben Se. Majeſtät der König denn beſchloſſen, Ihnen ein Geſchenk zu machen, das Ihr edles Herz gewiß erfreuen wird, ſagte Alexander. Feldmarſchall, wir ſchenken Ihnen den Frieden zum Geburtstag! Ja, es iſt beſchloſſen und feſtgeſetzt, wir machen Frieden mit dem Kaiſer Napoleon, und heute, an Ihrem Geburtstag, ſollen die Friedensbedingungen, über die, wie Sie wiſſen, längſt ſchon im Stillen unterhandelt worden, unterzeichnet werden. Der Kaiſer Napoleon hat ſich bereit erklärt, die Bedingungen zu erfüllen, die wir ihm geſtellt haben, und ſo ſteht dem Abſchluß des Friedens nichts mehr im Wege.

Vom morgenden Tage an werden unſere Truppen den Rückmarſch antreten, ſagte der König. Der Ehre und der Fflicht iſt genug ge⸗ than; das Wohl und der Wohlſtand unſerer Völker erheiſcht den Frie⸗ den. Sie, mein lieber Feldmarſchall, ſind von uns dazu auserſehen, den Rückzug der Truppen zu leiten. In Uebereinſtimmung mit Sr. Majeſtät dem Kaiſer Alexander und Sr. königlichen Hoheit dem Kron⸗ prinzen von Schweden ernenne ich Sie zum Oberfeldherrn der ſämmt⸗ lichen rückmarſchirenden Truppen. Alle Feldherren und Generäle haben genau Ihren Befehlen und Anordnungen Folge zu leiſten, und ſowie der Fürſt Schwarzenberg bis jetzt der Oberfeldherr der vorrückenden Armeecorps war, ſo ſind Sie, Feldmarſchall, jetzt der Oberfeldherr der rückmarſchirenden Truppen. Ihrer Energie, Ihrem Kriegsblick und Eifer vertrauend, hoffen wir, daß Sie unſere Armeen ſo gut und ſicher führen werden, daß ſie überall gute Verpflegung finden und bald mög⸗ lichſt die Heimath erreichen. Sie ſind alſo jetzt Oberfeldherr, das iſt das Geburtstagsgeſchenk, das wir Ihnen machen wolz und wir hoffen, daß Sie damit zufrieden ſind.

Nein, rief Blücher hochathmend, nicht länger im Stande, ſeinen Zorn zurückzuhalten, nein, nicht im Mindeſten bin ich damit zufrieden, und ich dank' den Majeſtäten für einen Ehrentitel, der mir wie'ne Schande vorkommt. Oberfeldherr der rückmarſchirenden Armeen! Ich frage Se. Majeſtät den Kaiſer von Rußland, weshalb mir denn ſeine Soldaten den EhrentitelMarſchall Vorwärts gegeben haben, wenn