Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 3. Band (1859)
Entstehung
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ſeiner ausgezeichneten diplomatiſchen Geſchicklichkeit in den Fürſtenſtand erhoben worden, und der Fürſt Schwarzenberg hat, da er ſchon die höchſten öſterreichiſchen Orden beſitzt, die Erlaubniß von ſeinem Mo⸗ narchen erhalten, das Zeichen der Habsburger in ſeinem Wappen zu führen.

Die beiden haben ſehr unter der Traufe, aber wenig im Kugelregen geſtanden, bemerkte Blücher lakoniſch. Soll mich mal wundern, was der Kronprinz von Schweden alles für Belohnungen und Ehren bekommenwird.

Er hat die höchſten preußiſchen, öſterreichiſchen und ruſſiſchen Orden bekommen, rief Gneiſenau mit einem höhniſchen Lachen. Wie geſagt, es iſt Niemand vergeſſen worden, außer Einem!

Wer denn? fragte Blücher. Wer iſt vergeſſen? Wer hat keine Belohnungen bekommen?

Feldmarſchall, Derjenige, der ſie am meiſten verdient hatte! Der⸗ jenige, der ſein Leben, ſein Gut und Blut freudig und jauchzend hin⸗ gegeben, der keine Verſprechungen, keine Belohnungen und Ehren be⸗ gehrt hat, der Alles that um der Ehre willen, um der Liebe zu ſeinem Vaterlande und zu ſeinem Fürſten.

Wie? rief Blücher zürnend. So Einen ſollten die Fürſten ver⸗ geſſen haben zu belohnen?

Ja, Feldmarſchall, ſie haben ihn vergeſſen! Dieſer Eine aber, das iſt das Volk, das deutſche Volk! Dieſes edle, begeiſterte Volk, welches freudig und hochherzig ſein Blut dahin gegeben hat für die Befreiung des Vaterlandes, deſſen Mütter und Gattinnen ihre Söhne und ihre Männer jubelnd in den Kampf ziehen ließen und ſich ſelbſt zu barm⸗ herzigen Schweſtern für die Verwundeten und Kranken machten, deſſen Männer und Jünglinge nicht zauderten, ihr Haus, ihre Familie, ihr Hab und Gut, ihre geſicherte Stellung zu verlaſſen, ſondern freudig auszogen zur Befreiung des Vaterlandes, deſſen Greiſe ſich in Männer und deſſen Knaben ſich in Jünglinge verwandelten, um Theil zu nehmen an dem heiligen Kampf, dieſe Alle, dieſes große, edle deutſche Volk, das ſein Blut und Leben hingegeben, dies hat keine Belohnung, nicht einmal eine Verſprechung erhalten!

Aber Gneiſenau, Sie ſind wunderlich, ſagte Blücher, ſeinen Schnurr⸗ bart durch ſeine Finger ziehend. Die Fürſten haben belohnt, was ſich

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