Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 3. Band (1859)
Entstehung
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Niemand wagte ihn zu ſtören, ſtumm, mit düſtern Blicken um⸗ ſtanden ihn ſeine Generäle.

Wieder nach einiger Zeit ſprengten einige Reiter daher, ihnen voran ein General in triefenden Kleidern und ohne Hut.

Sire, dort kommt der Marſchall Macdonald, rief Murat lebhaft.

Napoleon ſprang bewegt und raſch einige Schritte vorwärts, dem Marſchall entgegen, der ſich eben vom Pferde geſchwungen hatte.

Sie kommen aus dem Waſſer, Marſchall? fragte Napoleon, auf ſeine naſſe Uniform hindeutend.

Ja, Sire. Ich habe mich durch Schwimmen an das jenſeitige Ufer gerettet, und ich komme Ew. Majeſtät zu melden, daß die Truppen, welche Ew. Majeſtät mir anvertraut hat, ohne meine Schuld verloren gegangen ſind. Sire, es ſind zwanzigtauſend Mann, und ich komme allein. Ich komme, um mein Leben zu Ew. Majeſtät Füßen niederzulegen.

Gott ſei Dank, daß wenigſtens Sie uns erhalten ſind, ſagte der Kaiſer, Macdonald die Hand darreichend. Aber Sie ſagen, die Truppen ſind verloren? Es iſt alſo für die Soldaten nicht möglich, was für Sie doch möglich war? Sie können nicht ſchwimmend das andere Ufer erreichen?

Sire, meine Rettung gleicht einem Wunder. Ich verdanke ſie meinem Pferde, das mit der Angſt der Todesverzweiflung mich hin⸗ überbrachte, ich verdanke ſie Gott, der vielleicht Ew. Majeſtät einen getreuen und bis in den Tod ergebenen Diener erhalten wollte. Aber neben mir ſind nicht minder getreue Diener Ew. Majeſtät von den Wellen fortgeriſſen, und am andern Ufer ſtehend, ſah ich ſie als Leichen dahin treiben.

Wer? fragte Napoleon kurz, mit faſt barſchem Ton.

Sire, der General Dumouſtier gehört zu Denen, welche ertranken; aber er iſt nicht das ſchmerzlichſte Opfer dieſes Tages.

Wer iſt es denn, reden Sie! rief der Kaiſer, und einen haſtigen, angſtvotlen Blick umherwerfend, ſchien er die Anweſenden zu zählen, um zu ſehen, wer von ihnen fehle.

Sire, ſagte Macdonald mit trauriger, zitternder Stimme, Sire, der Fürſt Joſeph Poniatowsky ſtürzte ſich mit ſeinem Pferde in den Fluß