dar, das, je mehr ſie ſich dem Thor näherten, deſto furchtbarer und entſetzlicher ward.
Geſchütze, Munitionswagen, Fußgänger, Reiter, ſchreiende Weiber, jammernde Verwundete, ächzende Sterbende, dazwiſchen brüllende Kühe, Schafe und Schweine, Alles in einem wirren Knäuel durcheinander ge⸗
ſchoben, machte hier den Weg undurchdringlich. Napoleon lenkte ſein Pferd um, und ſchlug den Weg nach dem Petersthor ein. Langſam und in vollkommen ruhiger Haltung ritt er
die Kloſter⸗ und die Burgſtraße dahin. Nicht Ein Zug in ſeinem Ge⸗ ſicht verrieth Unruhe oder Verlegenheit, es war ernſt, feierlich und un⸗ ergründlich wie immer. Am innern Petersthor angelangt, fand man indeſſen hier daſſelbe Gedränge, wie an dem andern Thor. Diesmal lenkte der Kaiſer ſein Pferd nicht wieder um, er wandte das Haupt nur zur Seite und ſagte mit lauter Stimme: Platz machen! Sofort ſprengten die Generäle und die Reiter-Escorte vor, und
ihre Degen entblößend, ihre Pferde in Galopp ſetzend, ſprengten ſie mitten hinein in das wüſte Getümmel, Diejenigen mit dem Degen zu⸗
rücktreibend, welche fliehen konnten, Diejenigen zu Boden tretend, welche
nicht raſch genug ſich entfernten, und die Hinderniſſe, die ſich ihnen in
den Weg legen wollten, unter den Hufen ihrer Pferde, oder mit der
Schärfe ihrer Schwerter beſeitigend.
In fünf Minuten war ein Weg für den Kaiſer offen, nur lagen noch mehr Verwundete jetzt zu den Seiten des Weges, nur bezeichneten einige Leichen, die mitten auf der Straße lagen, die gewaltſame Art,
mit welcher die Reiter ſich Bahn gebrochen.
Der Kaiſer achtete gar nicht darauf, ſtumm und gleichgültig hatte
er während des Dreinhauens ſeiner Escorte vor ſich hingeſchaut, ſtumm
„ und gleichgültig ritt er jetzt weiter, gefolgt von ſeinen Generälen, die . mit düſter grollenden Mienen ihm folgten.
Endlich lag die Stadt hinter ihm, endlich war die Elſterbrücke paſſirt und die Mühle von Lindenau erreicht, in welcher der Kaiſer ſein Quartier nehmen wollte.
Conſtant und Rouſtan waren mit den Bagage⸗ und Gepäckwagen


