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Jahrelang zu Schanden geärgert. Nu will ich mich aber zu Ehren geürgert haben, und ich ruh' nicht eher, als bis er'runter iſt, runter von ſeinem Thron. Halloh, was iſt denn da los? Was ſchreien ſie und jubeln ſie denn da drüben? Seht nur, Gneiſenau, ſeht, da rückt eine Colonne vom Feind herüber, nach unſerer Seite heran. Hört Ihr die Muſik! Was bedeutet denn das?
Das bedeutet, General, rief eine heranſprengende Ordonnanz, das bedeutet, daß die Sachſen zu uns übergehen. Mit klingendem Spiel mit achtunddreißig Kanonen haben ſie die Reihen der Franzoſen verlaſſen, und als dieſe ſich widerſetzen wollten, da haben ſie die Ba⸗ jonette gegen ihre bisherigen Waffengenoſſen gerichtet, und haben ſich mit Gewalt den Abmarſch erzwungen.
Blüchers Augen flammten höher auf, und er ſtrich ſich mit der Rechten den langen weißen Schnurrbart. Na, ſagte er, nun werden ſie doch nicht mehr ſchreien, daß der Napoleon ſo übermäßiges Glück hat. Heute zum wenigſten hat er kein Glück. Die Sachſen haben ſich alſo endlich als Deutſche gefühlt, und ſie wollen die Schmach ab⸗ waſchen und keine Vaterlandsverräther ſein. Ich bleib' dabei, Gnei⸗ ſenau, es iſt aus mit dem Bonaparte, und morgen muß er zum Rück⸗ zug blaſen!—
Und was Blücher hier ſeinem Gneiſenau geſagt, das wiederholte dort drüben Napoleon dem General Berthier: Es iſt zu Ende! Wir müſſen den Rückzug antreten.
Der Abend des achtzehnten October war hereingebrochen, die Franzoſen hatten das Schlachtfeld zwar behauptet, ſie waren nicht ge⸗ flohen, aber ſie hatten keine Kraft mehr den Kampf fortzuſetzen, die Munition war verſchoſſen, denn mehr als zweimalhunderttauſend Ge⸗ ſchützpatronen waren an dieſem Tage von den Franzoſen verbrauch worden. 3 Der Rückzug war unvermeidlich. Napoleon fühlte es, und fügte ſich der Nothwendigkeit. Da drüben an dem Wachtfener neben der Torfmühle ſaß der Kaiſer, ſeine Generäle ſtanden um ihn her, und horchten in ehrfurchtsvollem Schweigen auf die Worte des Kaiſers, die einzeln, langſam, wie blutige Thränen von ſeinen Lippen fielen.


