Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 3. Band (1859)
Entstehung
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ſtehe, Herr Bonaparte, Du willſt durch Leipzig marſchiren, und willſt Dir den Uebergang über die Saale offen halten. Aber es geht nicht, Bonaparte, es geht nicht! Denn der Blücher iſt da, und der hat'n ſcharfes Auge. Eine Ordonnanz! So! Hierher! Sie reiten zum Ge⸗ neral York! Er ſoll heute Abend noch aufbrechen und an der Saale ſich aufſtellen. Soll dem Feind, der über die Saale ſeinen Rückzug halten will, denſelben ſo viel als möglich erſchweren. Eine andere Ordonnanz! Zum General Langeron! Soll in dieſer Nacht über das rechte Ufer der Parthe zurückkehren, und den General von Sacken unterſtltzen, und ſobald der Feind den Rückzug angetreten, ihn tüchtig und nachdrücklich verfolgen.

Aber, General, ſagte Gneiſenau, als die Ordonnanz fortſprengte, aber General, noch ſcheint Napoleon nicht an den Rückzug zu denken. Noch behauptet er ſeine Stellung und ſteht kampfgerüſtet da.

Morgen wird er nicht mehr ſtehen, ſagte Blücher lakoniſch. Wenn wir heute thun, was wir können, ſo iſt's aus mit ihm, ſo machen wir ihm den Garaus. Nun gebe nur der liebe allmächtige Gott, daß dann nachher der Sieg auch gehörig benutzt wird, und daß ſie nicht wieder weichmüthig werden im Hauptquartier. Der Kaiſer von Oeſterreich denkt immer d'ran, daß der Bonaparte ſein Schwiegerſohn iſt, der Kronprinz von Schweden vergißt's nicht, daß er'n geborner Franzoſe iſt, und möcht' gern Franzoſenblut ſchonen, und der Kaiſer von Ruß⸗ land, der erinnert ſich noch, daß er zu Erfurt dem Napoleon cwige Freundſchaft geſchworen, und ihn als ſeinen Bruder geküßt hat. Aber

unſer König, der wird doch wohl immer daran denken, daß der Bona⸗ parte uns gedemüthigt und getreten hat, und daß die Königin Louiſe geſtorben iſt vor Gram und Herzeleid. Ja, daran wird er immer denken, und er wird's nicht dulden, daß die Andern zu früh den Frie⸗ den machen, und er wird's nicht zugeben, daß wir unſer Blut und unſere Kraft hier ganz u ſonſt hingeben. Wir müſſen was davon haben, und es iſt noch lange nicht genug, wenn wir ihm blos einen tüch⸗ tigen Sieg abgewinnen. Er muß Alles erſt wieder'raus geben, was er uns entriſſen hat. Deutſchland muß ſeine Genugthuung haben, und ich will auch meine Genugthuung haben, denn ich habe mich