Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 3. Band (1859)
Entstehung
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ich ſeine Antwort empfangen habe, daß ich dieſe Antwort aber ſpäteſtens morgen erwarte. Leben Sie wohl, General, und wenn Sie in meinem Namen den beiden Kaiſern von Waffenſtillſtand ſprechen werden, ſo zweifle ich nicht, daß die Stimme, welche an ihr Ohr ſchlägt, für ſie ſehr beredtſam in Erinnerungen ſein wird.*)

Es iſt mein letzter Verſuch, ſagte der Kaiſer leiſe vor ſich hin, als Graf Meerfeldt ſein Zelt verlaſſen hatte, ſchlägt auch dieſer Ver⸗ ſuch fehl, ſo bleibt mir nur noch der letzte Kampf auf Leben und Tod übrig, und beim Himmel, ich will ihn dann wenigſtens ruhmvoll zu Ende führen! Die Entſcheidung iſt da, und ich kann ihr nicht mehr ausweichen. So will ich ihr denn mit offenem Auge entgegen treten! Noch ſind meine Lorbeern von Marengo und Auſterlitz nicht verwelkt. Morgen iſt Waffenruhe, und übermorgen Friede, oder Krieg auf Leben und Tod!

Am ſiebenzehnten October alſo war Waffenruhe! Napoleon er⸗ wartete die Antwort ſeinesSchwiegervaters auf ſeinen Brief und ſeine Friedensbedingungen.

Aber dieſe Antwort kam nicht, man fand es jetzt nicht mehr nöthig gegen Denjenigen die Formen der Höflichkeit zu beobachten, vor dem man noch vor einem Jahr ſich ſo tief gebeugt und ſo oft in den Staub geworfen hatte.

Am achtzehnten October alſo begann die Slacht auf's Neue. Der brüllende Donner aus tauſend Kanonenſchlünden war die Antwort der Verbündeten.

Napoleon konnte ihnen nur mit dreihundert Feuerſchlünden zurufen, daß er ihre Antwort verſtanden habe.

Mehr als dreimalhunderttauſend Kämpfer der Verbündeten er⸗ füllten in ungeheuren Maſſen die Ebene rings um Leipzig.

Napoleon hatte kaum hundert und zwanzig tauſend Kämpfer ihnen entgegen zu ſtellen, und ſeine Soldaten waren erſchöpft und ent⸗ muthigt. 3

Aber überall an den Linien ſeiner Soldaten erſchien an dieſem

*) Napoleons eigene Worte. Siehe Beitzke, II. S. 592.