Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 3. Band (1859)
Entstehung
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Ehrenwort gebe, in dieſem Feldzug nicht mehr die Waffen zu führen, es müßte denn ſein, daß ich es für Frankreich, das heißt für Ew. Ma⸗ jeſtät thun dürfte.

Sie werden alſo gehen, und dem Kaiſer Franz meine Vorſchläge machen. Sie werden ihm Folgendes ſagen: ich erbiete mich bis zum Rhein alle Feſtungen in Deutſchland zu räumen, ich willige alſo damit auch in eine Auflöſung des Rheinbundes; ich bin bereit Illyrien und Spanien ihren früheren Souverainen zurückzugeben. Ich gewähre ferner Italien und Holland ſeine Unabhängigkeit. Will England den Seefrieden nicht, ſo kann darüber vermittelt werden, Oeſterreich ſoll der Vermittler ſein.*)

Sire, dies ſind ſo großartige und ſegensreiche Verſprechungen, rief Graf Meerfeldt, daß ich fürchte, mein bloßes Wort genügt nicht, um den Kaiſer, meinen Herrn zu überzeugen, daß Ew. Majeſtät wirklich die Abſicht haben, ſo Vieles zu bewilligen.

Ich werde Ihnen alſo ein Schreiben an Kaiſer Franz geben, in welchem ich ihm dieſe Vorſchläge mache, ſagte Napoleon raſch. Ja, ich will noch einmal an den Kaiſer ſchreiben. Unſer politiſches Bündniß iſt zerriſſen, aber zwiſchen Ihrem Herrn und mir beſteht noch ein anderes Bündniß, und dies iſt unzerveißbar. Dieſes Bündniß iſt es, welches ich anrufe, denn ich werde immer Vertrauen in die Geſinnungen meines Schwiegervaters ſetzen.**)

Er ging zu ſeinem Schreibtiſch hin, und warf mit eiliger Hand einige Zeilen auf das Papier. Dann faltete er es ſelber zuſammen, ſchloß den Brief mit einer Oblate, und ſchrieb die Adreſſe.

Hier, ſagte er, wieder dem Grafen ſich nähernd, und ihm den Brief darreichend, hier iſt mein Brief an meinen Schwiegervater. Sie werden ſogleich ſich zu ihm begeben, und ihm dies Schreiben über⸗ reichen. Der Kaiſer wird den andern Souverainen daſſelbe mittheilen, und ſie werden danach ihren Beſchluß faſſen. Sagen Sie dem Kaiſer, daß ich morgen nicht angreifen, daß ich Waffenruhe halten werde, bis

*) Napoleons eigene Worte. Siehe: Fain: Manuserit de 1813. Vol. I. *) Beitzke, II. S. 592.