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ich ihnen auch ſage, daß ich nicht mehr kämpfen, ſondern ruhen will. Nicht wahr, ſo iſt es
Sire, ſagte Graf Meerfeldt leiſe, vielleicht kennen die verbündeten Souveraine das Wort des Julius Cäſar, welcher ſagte, daß Lorbeern, wenn ſie nicht welken ſollten, immer auf's Neue mit Feindesblut ge⸗ tränkt werden und daß ſie alle Jahre mit Erde von neuen Siegesfeldern geſpeiſt werden müſſen. Da Ew. Majeſtät ein zweiter Cäſar ſind, ſo fürchten die Verbündeten wohl, daß Ew. Majeſtät auch dieſe Maxime des Julius Cäſar theilen.
Ja, rief Napoleon, ſie fürchten ſelbſt den Schlaf des Löwen, ſie glauben ihm die Krallen ausreißen und die Nägel abſchneiden zu müſſen. Nun wohl, wenn ſie ihn zu dieſem traurigen Zuſtand gebracht haben, was werden dann die Folgen ſein? Haben die verbündeten Souveraine das wohl bedacht? Gequält von dem gierigen Verlangen, durch einen einzigen Schlag das wieder zu erhalten, was ſie in zwanzig Jahren des Unglücks verloren haben, hegen ſie nur dieſen Gedanken und be⸗ merken nicht, daß während dieſer zwanzig Jahre rings um ſie her ſich Alles verändert hat, daß ſelbſt ihre eigenen Intereſſen ſich verändert haben, daß, was Oeſterreich von jetzt an auf Koſten Frankreichs ge⸗ winnt, es auf der andern Seite verliert. Geben Sie dies Ihrem Souverain zu bedenken, Graf Meerfeldt. Es iſt dringend nothwendig für Oeſterreich, für Preußen und für Frankreich, daß man ein halb⸗ nomadiſches und weſentlich kriegeriſches Volk auf das Ufer der Weichſel beſchränke, denn das ungeheure Reich dieſes Volkes erſtreckt ſich ohne⸗
dies von uns bis China hin! Ich ſehe es übrigens ein, daß ich, um
den Frieden zu machen, Opfer bringen muß, und ich bin bereit dazu!*) Eben damit Sie dies dem Kaiſer Franz ſagen, entlaſſe ich Sie Ihrer Gefangenſchaft, und gebe Ihnen die Freiheit, vorausgeſetzt, daß Sie mir Ihr Ehrenwort geben, in dieſem Feldzug nicht mehr gegen Frank⸗ reich die Waffen zu führen.
Sire, die Waffen gegen Frankreich zu führen, iſt für mich eine ſo ſchmerzliche Pflicht geweſen, daß ich mit Freuden Ew. Majeſtät mein
*) Napoleons eigene Worte. Siehe: Fain, Manuscrit de 1813.


