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alſo die Mühe ſparen, zu reden! Was Sie anbetrifft, Graf Daru, ſo iſt es Ihre Aufgabe, die Feder und nicht das Schwert zu führen, Sie ſind daher untauglich, in dieſer Sache ein Urtheil abzugeben. Was zuletzt Diejenigen anbetrifft, die mit Ihnen Einer Meinung und deren Abgeſandte Sie ſind, ſo ſagen Sie ihnen als Antwort nur dies:„Sie ſollen gehorchen!“ Das iſt meine Antwort.*)
Er wandte ihnen den Rücken und begab ſich in ſein Zelt. Conſtant und Rouſtan hatten ſich bemüht, demſelben ein möglichſt behagliches und elegantes Ausſehen zu geben. Ein ſchöner türkiſcher Teppich be deckte den Fußboden. Auf dem Tiſch in der Mitte des Raumes waren auf ſilbernen Tellern und Schüſſeln einige kalte Speiſen zum des Kaiſers aufgeſtellt. Auf einem andern Tiſch ſtand ein Schreibzeug, lagen Papiere, Bücher und Karten, und in einer durch und Draperien gebildeten Niſche befand ſich das Feld⸗ bett des Kaiſers.
Napoleon athmete auf, und der Anblick dieſes kleinen behaglichen Raumes, die Stille, die ihn umgab, ſchien ihm wohlzuthun, die Ein⸗ ſamkeit erlaubte ihm, die Maske von ſeinem Antlitz fallen zu laſſen und den traurigen und ſchmerzvollen Gedanken, die ſeine Seele be⸗ wegten, zu geſtatten, ſich in ſeinen Mienen wiederzuſpiegeln.
Mit einem Seufzer, der mehr einem tiefen Stöhnen glich, ſank er auf den Lehnſeſſel nieder, der vor dem Schreibtiſch ſtand, und legte ſeinen Armen auf den Tiſch, ſo daß ſeine Hand ſchlaff und kraftlos von demſelben niederhing.
Sie wollen mich zu Boden drücken, murmelte er, ſie wollen den Rieſen in einen Pygmäen verwandeln, weil ſie die Kraft des Rieſen allzuſehr fürchten, und weil er ihnen minder gefährlich ſcheint, wenn ſie ihm die Glieder verkürzen. Ihre Furcht hat aus dieſen Verbündeten endlich Tapfere gemacht, und ſie haben ſich entſchloſſen, mich auf das Bett des Prokruſtes zu legen und mich zu einem gewöhnlichen Menſchen, wie ſie ſelber es ſind, zu verkleinern. Werde ich denn ſtill halten müſſen?
*) Napoleons eigene Worte. Siebe: Mémoires de la Duchesse d'Abrantès. Vol. XVI. S. 386.


