Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 3. Band (1859)
Entstehung
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etwas rauher Stimme, ſagen Sie mir doch, wie alt iſt der General Blücher eigentlich?

Majeſtät, ſagte die Generalin, ſich tief verneigend, Majeſtät, ſeinem Herzen und ſeiner Kraft nach iſt er ein Jüngling, ſeinem Taufſchein zufolge iſt er ein und ſiebenzig Jahre.

Schon ſo alt, ſagte der König, ſchon ein ſolcher Greis iſt der Blücher! Aber es iſt wahr, ſeiner Zunge nach iſt er kaum ein Jüngling.

Majeſtät, ſagte Blücher, ſich raſch umwendend, möchte es dem lieben Gott und meinem König gefallen, mir jetzt Gelegenheit zu geben, meinen Taufſchein Lügen zu ſtrafen, und zu beweiſen, daß ich ein friſcher, muthiger Knabe bin, der ſein Schwert ſo gut zu gebrauchen weiß, wie ſeine Zunge.

Es iſt aber nicht genug, ſein Schwert und ſeine Zunge gebrauchen zu können, ſondern man muß beide zu rechter Zeit auch zu zügeln wiſſen, ſagte der König, indem er ſich raſch umwandte, und den Feld⸗ marſchall Kalkreuth zu ſich heranwinkend, ſich mit ihm in ein Ge⸗ ſpräch einließ.

Kaiſer Alexander legte haſtig ſeine Hand auf Blüchers Schulter, als wolle er den aufbrauſenden Zorn des Generals bändigen und ſänftigen, und mit einem freundlichen Lächeln in ſein erglühtes Ange⸗ ſicht ſchauend, ſagte er: das Zügeln, das iſt nicht Ihre Sache, nicht wahr? Ihre Deviſe heißt: Vorwärts! Immer vorwärts! Und Sie meinen, es ſei jetzt die Zeit gekommen, wo das die Deviſe von ganz Deutſchland und auch von mir und meiner Armee ſein ſollte? Nun, Sie haben vielleicht Recht, mein lieber tapferer General. Jedenfalls wird es ſich bald zeigen, wer Recht hat, die Zaudernden oder die vor⸗ wärts Stürmenden!

Er nickte Blücher freundlich zu, und rief dann den General von Scharnhorſt an ſeine Seite, gleich dem König wieder den Weg nach dem Audienzzimmer einſchlagend. Die Geſellſchaft, welche bisher in athemloſem Schweigen in der Mitte des Saals zuſammengedrängt ge⸗ weſen, fluthete wieder auseinander und ſtürmte jetzt wieder in die Nebenſäle. Blücher führte ſeine Gemahlin dem auf einer Tribüne be⸗ findlichen Kreis der Damen zu, und folgte dann den Bürgermeiſtern,