Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 3. Band (1859)
Entstehung
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Kaiſer nur eine gewöhnliche Höflingsantwort auf ſeine gnädige An⸗ rede gegeben.

Ich bin ſo glücklich, mich zu den Freunden Steins zu rechnen, ſagte Alexander lächelnd, aber ich denke nicht, daß beſondere Tapferkeit dazu gehört, ſich zu den Freunden eines hochherzigen, von ganz Deutſch⸗ land geprieſenen und bewunderten Mannes zu bekennen.

Doch Majeſtät, ſagte Blücher ruhig, es gehörte noch bis vor gar kurzer Zeit viel Muth dazu, ſich in Deutſchland zu einem Freund des Miniſters vom Stein zu bekennen, denn der Kaiſer Napoleon haßt und fürchtet unſern Stein, und darum haßten und fürchteten ihn Drei⸗ viertel aller Deutſchen aus pflichtſchuldiger Ehrfurcht vor dem Kaiſer der Franzoſen. Nicht wahr, wandte ſich Blücher plötzlich an den dicht hinter dem König ſtehenden Feldmarſchall von Kalkreuth, nicht wahr, es iſt ſo, wie ich ſagte, und Sie müſſen zugeben, daß ich Recht habe, Herr Feldmarſchall von Kalkreuth?

Dieſe, mit gänzlicher Nichtachtung der Etiquette und des Ceremo⸗ niells an einen Dritten gerichtete Frage machte die Höflinge erſtarren und den Feldmarſchall Kalkreuth purpurroth vor Zorn.

Kaiſer Alexander aber lachte laut auf, und ſich an den König wendend, flüſterte er ihm leiſe und haſtig zu: Sie haben Recht, Sire, er iſt ein Tollkopf, der Blücher, ein ächter Huſar, der immer bereit iſt, drein zu ſchlagen!

Der König nickte, und da Alexander lachte, zwang auch er ſich zu einem leiſen Lächeln.

Der Feldmarſchall von Kalkreuth antwortete auf die Frage Blüchers nur mit einem raſchen, zornigen Blick und einer leichten Ver⸗ neigung.

Nun, ſagte Alexander, ſich wieder an Blücher wendend, ich bin indeſſen überzeugt, daß Sie nicht zu dieſen Dreiviertheilen der Deut⸗ ſchen gehörten, welche haßten und liebten, je nachdem der Kaiſer Na⸗ poleon es wünſchte, General?

Nein, Ew. Majeſtät, rief Blücher lebhaft, ich habe allzeit zu den treueſten und unveränderlichſten Feinden des Kaiſers Napoleon gehört, obwohl ich eigentlich ihm ſehr viel, ja beinah das Leben, danke!

— Re