n
381
Körner lächelnd. Mein Lied iſt leicht zu ſingen, denn wer von Euch kennte nicht die Melodie des ſchönen deutſchen Rheinweinliedes, und danach laßt uns ſingen.*)
Und durch die vorher ſo friedliche und ſtille Schneiderwerkſtatt brauſte es jetzt mächtig und froh dahin das Lied der ſchwarzen Jäger, das alſo lautet:
In's Feld, in's Feld, die Rachegeiſter mahnen. Auf, deutſches Volk, zum Krieg!
In's Feld, in's Feld! Hoch flattern unſere Fahnen, Sie führen uns zum Sieg!
Klein iſt die Schaar, boch groß iſt das Vertrauen Auf den gerechten Gott!
Wo ſeine Engel ihre Veſte bauen,
Sind Höllenkünſte Spott.
Gebt kein Pardon! Könnt Ihr das Schwert nicht heben, So würgt ſie ohne Scheu!
Und hoch verkauft den letzten Tropfen Leben,
Der Tod macht Alle frei!**)
III. Der Pbergeneral der ſchleſiſchen Armer.
Der General Blücher war heute ſo einſylbig und verſtimmt, wie man ihn ſeit langer Zeit nicht geſehen. Seit dem Tage, an welchem er die Ankunft des Königs in Breslau erfahren und ſofort ſein Gut
*) Dieſe ganze Scene zwiſchen Theodor Körner, der Majorin von Lützow (Gräfin von Ahlefeldt) und dem Schneider iſt nicht von mir erfunden, ſondern beruht auf wahren Thatſachen. Ich verdanle ſie der perſönlichen Mittheilung der verſtorbenen G äfin Ahlefeldt. D. V.
**) Sowohl Theodor Körner als auch Eleonore Prohaska waren vom Schickſal dazu auserſehen, keine andere Freiheit kennen zu lernen als die durch


