Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 3. Band (1859)
Entstehung
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Sie können unmöglich verlangen, daß ich Bezahlung annehme für einen Liebesdienſt, den ich einem zukünftigen Kameraden bezeige, ſagte Meiſter Martin. Nicht wahr, das wollten Sie eben ſagen, und darin haben Sie Recht. Aber wenn Sie mich doch durchaus dafür belohnen wollen, ſo giebt's ein anderes Mittel dazu.

Oh ſagen Sie mir das Mittel!

Sie ſangen da vorher zwei Verſe, die ſo muthig und ſo friſch klangen, daß ſie mir das Herz verzaubert haben. War das Ihr ganzes Lied, oder hat es noch mehr Verſe?

Nein, Meiſter, das waren nur die letzten zwei Verſe, es kommen noch drei andere vorher.

Nun, Kamerad, rief Meiſter Martin fröhlich, wenn Sie denn durchaus wollen, daß ich an Ihnen meine letzte Schneiderarbeit ver⸗ richte, und zum Sonntag Ihnen Ihre Uniform fertig mache, ſo ſingen Sie mir die andern drei Verſe auch, aber gleich auf der Stelle.

Theodor Körner blickte fragend und bittend die Majorin an. Ich weiß nicht, ſagte er zögernd, ob es die Frau Majorin erlaubt?

Frau von Lützow lächelte. Ich erlaube es nicht, ſagte ſie, ſon⸗ dern ich bitte darum. Aber ich bitte, daß Sie uns das ganze Lied ſingen, und daß Sie uns Allen erlauben, immer den Refrain mitzu⸗ ſingen. Auf, Ihr wackern Soldaten der Zukunft, werft die Arbeit bei Seite, und tretet an, und ſingt mit uns im Chor das Lied der ſchwarzen Jäger!

Die drei Geſellen ſprangen von ihren Sitzen empor, und ſtellten ſich kerzengerade neben Meiſter Martin auf, der wie auf einem Thron auf ſeiner Schneiderbank ſtand. Die ſchöne Majorin hatte ſich wieder nach der Thür zurückgezogen, und ſtand unter derſelben, ein ſchönes, lichtes Bild von dunklem Rahmen eingefaßt. Zu beiden Seiten ſtanden die beiden jungen Freiwilligen mit den bartloſen, blühenden Angeſichtern, und zwiſchen dieſen beiden Gruppen ſtand die edle hohe Geſtalt des

jungen Dichters, deſſen edles Angeſicht leuchtete von Tapferkeit und

Energie, auf deſſen ſchöne Stirn der Genius der Poeſie den Kuß der Weihe gedrückt hatte. Nun merkt wohl auf und wiederholt den Refrain, ſagte Theodor