Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 3. Band (1859)
Entstehung
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Ja, was wollt Ihr aber dann werden, Meiſter? fragte einer der Geſellen ganz verblüfft.

Soldat will ich werden! jubelte Meiſter Martin. Ja, Soldat will ich werden! Die ſchöne Dame hat's mir angethan und das Lied hat mich verzaubert. Hurrah, Soldat will ich werden!

Aber meine Uniform? fragte Theodor Körner traurig.

Oh, ſeid unbeſorgt, rief der Meiſter mit ſtolzem Ton, Eure Uni⸗ form ſoll gemacht werden! Ich werde die Nächte zu Hülfe nehmen, und nicht eher die Nähnadel hinlegen, als bis ſie fertig iſt. Wollt Ihr mir helfen, Geſellen?

Ja, Meiſter, das wollen wir!

Und Ihr auch, Ihr Freiwilligen? Ihr ſeid zwar nur Damen⸗ ſchneider, aber zum Wattiren und Füttern ſeid Ihr doch zu gebrauchen. Wollt Ihr alſo die Arbeit übernehmen?

Ja, Meiſter Martin, wir wollen ſie mit Freuden übernehmen, riefen Leonore und Caroline.

Nun, dann bekommen wir bis zum Sonntag noch zwei Uniformen fertig, rief Meiſter Martin freudig. Die erſte Uniform für den Dichter Theodor Körner, die andere Uniform für mich!

Meiſter, lieber Meiſter, ich danke Euch, rief Frau von Lützow, und dann ihr ſtrahlendes Angeſicht nach Theodor Körner hinwendend, fragte ſie: ſind Sie nun zufrieden und glücklich, mein Dichter?

Ach, ich wußte es ja, daß Niemand Ihnen widerſtehen würde, und daß Sie unſer guter Engel ſind, flüſterte Theodor Körner, die Hand der ſchönen Frau an ſeine Lippen drückend.

Aber, hören Sie, Herr Theodor Körner, rief Meiſter Martin jetzt, wenn ich Ihnen Ihre Uniform machen ſoll, ſo ſtelle ich nur Eine Be⸗ dingung, und Sie müſſen mir verſprechen, ſie zu erfüllen.

Was für eine Bedingung?

Die, daß Sie mir meine Arbeit nicht bezahlen!

Aber, lieber Meiſter, rief Theodor Körner erſtaunt, ich kann doch unmöglich

Die Majorin legte leiſe ihre Hand auf ſeine Schulter. Sie werden doch den braven Mann nicht beleidigen wollen? flüſterte ſie.

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