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Kunzendorf verlaſſen hatte, um ſich auch nach Breslau zu begeben, ſeit dem Tage ſchien ſonſt ein ewiger Sonnenſchein auf ſeinem Antlitz zu lagern, und ein neuer junger Frühling ſchien in ſeinem Herzen auf⸗ zublühen.
Heute aber lagerten die alten Wolken von Kunzendorf wieder auf ſeiner Stirn, und ein eiſiger Froſt ſchien alle die jungen Blüthen ſeines Herzens getödtet zu haben.
Er ſaß, eng eingehüllt in ſeinem Schlafrock, auf dem Sopha und trommelte mit der Hand auf dem Tiſch, der vor ihm ſtand, einen Ge⸗ ſchwindmarſch, während er große Rauchwolken aus der langen, weißen Thonpfeife blies. Es ſchienen ſehr trübe Gedanken zu ſein, welche die Seele Blüchers bewegten, denn ſeine buſchichten Augenbrauen zogen ſich immer enger zuſammen, der Geſchwindmarſch, den ſeine Finger trommelten, ward immer raſcher, und die Rauchwolken entſtrömten in immer ſtärkeren Maſſen ſeinen Lippen. Jetzt, in der Heftigkeit ſeines inneren Zorns, ſchüttelte er ingrimmig ſein Haupt, ohne der langen gebrechlichen Freundin zu gedenken, die er im Munde hielt. Sie ſtieß mit ihrer langen zarten Geſtalt an die harte Ecke des Tiſches und zer⸗ brach klirrend in Stücke.
den Tod. Theodor Körner fiel bekanntlich ſchon in dem erſten Jahr des Be⸗ freiungskrieges, noch vor der großen Völkerſchlacht bei Leipzig, und nicht einmal den Troſt einer baldigen Befreiung des Vaterlandes nahm der edle Dichter mit in ſein frühes Heldengrab. Er fiel in dem Gefecht der Lützower mit den Franzoſen bei Gadebuſch(im Mecklenburgiſchen) am 26. Anguſt 1813. Eine Stunde vor ſeinem Tode, den Feind im Hinterhalt erwartend, ſchrieb er ſein letztes Gedicht:„Das Schwertlied“ in ſeine Schreibtafel ein.— Eleonora Pro⸗ haska ſtarb, gleich Körner, den Heldentod. Sie fiel, von einer Kugel durch⸗ bohrt, in dem Gefecht der Lützower an der Görde den 16. September 1813. Sterbend erſt verrieth ſie den Waffengefährten, daß ſie ein Mädchen ſei, und nicht Carl Renz, ſondern Eleonora Prohaska heiße.— Glücklicher als ſie war Caroline Peterſen. Sie machte die Feldzüge von 1813 und 1814 mit, ver⸗ diente ſich durch ihre Tapferkeit das eiſerne Kreuz und nahm nach beendetem Kriege ihren Abſchied als tapferer Soldat. Sie verheirathete ſich alsdann mit einem engliſchen Schiffscapitain, dem ſie zur See folgte und mit dem ſie noch im Jahre 1844 ihre Anverwandten in Stettin beſuchte.


