Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 3. Band (1859)
Entstehung
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Die Dame hat Recht! Ja, ſie hat Recht! riefen die drei Ge⸗ ſellen des Schneiders, welche bis dahin nur verſtohlen von ihrer Arbeit aufgeſchaut hatten, jetzt aber mit ſtürmiſcher Heftigkeit ihre Arbeit bei Seite warfen. Ja, die Dame hat Recht. Es iſt eine Sünde und Schande für ehrliche Kerle, hier in der Stube zu ſitzen und die Näh⸗ nadel zu führen, während unſere Brüder und Freunde das Schwert nehmen und hinaus ziehen in den heiligen Kampf. Wir wollen auch nicht mehr hier ſitzen in der dumpfigen Arbeitsſtube, wir wollen auch hinaus zum Kampf!

Schau, rief der Meiſter mit ingrimmiger Verzweiflung, jetzt werden mir auch noch die letzten Arbeiter abſpenſtig gemacht. Ruhig, Ihr Alle! Ihr habt das Handgeld genommen und ich habe Euch als meine Arbeiter bedungen, Ihr müßt alſo als ehrliche Kerle Euer Wort halten! Nehmt Eure Arbeit wieder auf und näht weiter! Ihr wißt wohl, daß wir Eile haben.

Die Geſellen griffen mit verdrießlichen Geſichtern zu der Arbeit, indem ſie leiſe unter ſich murrten: Es iſt gut, wenn die Woche um iſt, ziehen wir doch ab und gehen unter die Soldaten!

Nun, Madame, was wollen Sie noch? rief der Schneider in⸗ grimmig. Sie ſind hierher gekommen, um bei mir Arbeit zu beſtellen, und gleichzeitig verläſtern Sie mir meine Arbeit und verführen mir die letzten Arbeiter, die mir noch geblieben ſind. Ich werde bald meine Werkſtatt ſchließen müſſen!

Aber Ihr werdet es nicht thun, lieber Meiſter, bevor Ihr nicht für dieſen jungen Mann hier die Uniform gemacht habt, ſagte die Majorin mit ſchmeichelnder Stimme und mit einem ſüßen Lächeln. Ich bin gewiß nicht gekommen, lieber Meiſter, um Eure ehrenvolle Arbeit zu läſtern, ich preiſe ſie vielmehr, denn was ſollten wir anfangen, ohne den geſchickten Schneider, der für unſere tapfern Soldaten die Uni⸗ formen anfertigt und ſie gewiſſermaßen ausrüſtet zum Dienſt des Vaterlandes! Oh, ich bin gewiß, daß Ihr mit gar eigenen und großen Gedanken jetzt an dieſen Uniformen gearbeitet habt, daß Eure Nadel viel flinker geht als ſonſt, daß Euch dieſe Arbeit lieber iſt, als die ſchönſte Kammerherrn-Uniform, die Ihr ſonſt wohl gearbeitet habt,