Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 3. Band (1859)
Entstehung
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Frau von Lützow nickte und ſchritt über den weiten Hofplatz dahin dem Hauſe zu.

Die Thür war offen, und auch die Thür der Werkſtatt gab dem erſten Druck ihrer Hand nach und öffnete ſich.

II. Der heldenmüthige Schneider.

Drinnen in der Werkſtatt des Schneiders war ein geſchäftiges Treiben. Allerlei buntes Tuch und die verſchiedenſten Uniformſtücke lagen umher. Auf der niedrigen Schneiderbank, die den ganzen mittleren Raum einnahm, ſaßen vier Schneider mit gekreuzten Beinen, den Blick unverwandt auf die Arbeit geheftet und mit ungeheurer Schnelligkeit die Nähnadel mit dem langen Seidenfaden hinein in die Arbeit und hoch dann empor in die Luft ſchnellend.

Kein Wort, kein Laut hatte bisher dieſe geſchäftige Stille unter⸗ brochen, die jetzt durch das Geräuſch der ſich öffnenden Thür entweiht ward. Bei dieſem Geräuſch blickte Derjenige, der in der Mitte der Andern auf einem etwas erhöhten Sitz ſaß und eben eine präch⸗ tige rothe Huſarenjacke auf ſeinem Knie wiegte, haſtig empor. Seine mit der Nähnadel bewaffnete Hand hatte ſich eben in der Luft erhoben und blieb da erſtarrt ſchweben, ſein Blick, der nur anfangs flüchtig ſich von der Arbeit erhoben, blieb wie gebannt auf der Thür haften, in deren Rahmen ſich jetzt ein ſo überraſchendes und anziehendes Bild darſtellte, eine junge Frau von reizender Schönheit, umgeben von drei jungen Kriegern, die nicht minder ſtattlich und ſchön waren, und deren Aller Blicke mit freundlichem und forſchendem Ausdruck auf ihn ge⸗ heftet waren.

Sie ſind der Herr Schneidermeiſter Martin, nicht wahr? fragte die ſchöne Frau, den Meiſter mit einem ſanften Kopfnicken begrüßend.

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