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Wir lagen noch in feige Nacht gebettet;
Da rief nach Dir Dein beſſeres Geſchick.
An die unwürd'ge Zeit warſt Du gekettet,
Zur Rache mahnte Dein gebroch'ner Blick.
So haſt Du uns den deutſchen Muth gerettet.— Jetzt ſieh auf uns, ſieh auf Dein Volk zurück, Wie alle Herzen treu und muthig brennen!
Nun woll' uns auch die Deinen wieder nennen!
Und wie einſt, alle Kräfte zu beleben,
Ein Heil' genbild, für den gerechten Krieg
Dem Heeresbanner ſchützend zugegeben,
Als Oriflamme in die Lüfte ſtieg:
So ſoll Dein Bild auf unſern Fahnen ſchweben, Und ſoll uns leuchten durch die Nacht zum Sieg! Louiſe ſei der Schutzgeiſt deutſcher Sache! Louiſe ſei das Loſungswort zur Rache!“*)
Louiſe ſei der Schutzgeiſt deutſcher Sache, Louiſe ſei das Loſungs⸗ wort zur Rache! riefen die beiden Freiwilligen mit begeiſtertem Rufen ihm nach.
Frau von Lützow ſagte nichts. Sie ſtand, ihre ſchönen, durch⸗ ſichtig weißen Hände gefaltet, wie zum Gebet, das edle, lieblich ſchöne Antlitz himmelwärts gekehrt. In ihren großen blauen Augen glänzten Thränen. Langſam ſenkte ſie jetzt den Blick niederwärts, und dem Dichter ihre Hand darreichend, ſagte ſie leiſe: Sie haben einen Tribut dargebracht, der eines Dichters würdig iſt. Dank Ihnen! Und nun ſoll der ſchöne Moment durch kein Wort weiter entweiht werden! Kommen Sie!
Sie ſchritt raſch über die Schwelle und den düſtern Hausflur dahin dem Hofe zu. Theodor Körner ging an ihrer Seite, Leonore und Caro⸗ line, die beiden Freiwilligen, folgten ihr.
Da drüben dieſe vier Fenſter im untern Geſchoß, das iſt die Werkſtatt des Schneiders, ſagte Theodor Körner, als ſie jetzt in den Hof traten.
*) Theodor Körner's ſämmtliche Werke. Ausgabe in einem Bd. S. 20.


