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Und ein großes ſchönes Herz leuchtet aus Ihren Augen, mein Freund, ſagte Theodor Körner, Leonoren ſeine Hand darreichend. Ich begrüße Sie Beide als meine lieben Kameraden, und bitte alſo um gute Kameradſchaft.
Ja, gute Kameradſchaft wollen wir halten, rief Caroline fröhlich, in des Dichters Hand einſchlagend. Und die Kameradſchaft ſoll gleich jetzt damit beginnen, daß wir Zwei hingehen und uns dem böſen Schneider als Gehülfen anbieten für die Uniform unſeres Herrn Lieutenants.
Gemach, mein Freund, lachte Theodor Körner, ſo hoch bin ich noch nicht geſtiegen, bin kein Lieutenant.
Aber Sie werden es bald ſein, ſagte Caroline glühend, denn man lieſt es wohl in Ihrem Angeſicht, daß Sie geboren ſind, um zu be⸗ fehlen, nicht aber um zu gehorchen. Wir Freiwillige ſollen uns ja unſere Officiere allein wählen. Nun denn, ich wähle mir den Theo⸗ dor Körner.*)
Ich auch! rief Leonore.
Aber über unſern Zukunftsträumen vergeſſen wir den grimmen Schneider, ſagte Theodor Körner lächelnd. Gnädige Frau, ich be⸗ ſchwöre Sie, erbarmen Sie ſich meiner Noth, und laſſen Sie den Schneider hierher rufen, damit Ihr holdes Wort ſein Herz erweiche.
Aber wenn er nun meinem Ruf nicht folgt und nicht hierher kommt? fragte Frau von Lätzow. Auch wär's Vermeſſenheit, ihm ſeine vielbeſchäftigte Zeit noch mehr verkürzen zu wollen. Der Mann wohnt hier in der Nähe, ſagen Sie?
Kaum funfzig Schritte von hier. In dem großen Quergebäude jenſeits des Hofes.
Nun denn, kommen Sie, führen Sie mich zu ihm, ſagte Frau von Lützow, wir wollen dem Schneider unſern Beſuch machen, wie einſt Torquato Taſſo zum Herzog Ferrara ging. Sie, meine beiden jungen Freunde, mögen uns begleiten, damit wir ihm gleich zwei dienſt⸗ gefällige und hülfreiche Arbeiter präſentiren können. Kommen Sie!
*) Theodor Körner ward ſchon am 24. April durch die Stimmen ſeiner Kameraden zum Lieutenant erwählt.


