Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Napoleon und Fürst Blücher : 3. Band (1859)
Entstehung
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leicht nehmen und die Widerwärtigkeit nicht als ein Unglück betrachten. Das Große groß, das Kleine klein nehmen, das iſt die wahre Weisheit des Lebens!

Sie haben Recht, wie immer, ſagte Theodor Körner, ſich in Ehr⸗ furcht vor der ſchönen Frau verneigend, und ſo bekenne ich reumüthig, daß ich dies Mal das Kleine groß und die Widerwärtigkeit für ein Un⸗ glück genommen habe. Aber nun, da ich mich ſchuldig bekannt, nun muß der holde Schutzengel der Freiwilligen ſich auch meiner erbarmen und mir zu Hülfe kommen. Denn eine Widerwärtigkeit hat mich wirk⸗ lich betroffen, das läßt ſich mit aller Philoſophie und Weisheit nicht hinwegleugnen.

Nun bekennen Sie, was iſt es denn? rief die Majorin lächelnd.

Sie wiſſen, gnädige Frau, daß unſer Corps der Rache am nächſten Sonntag im Dorfe Rogau am Fuß des Zobtenberges ſeine Weihe er⸗ halten ſoll?

Natürlich weiß ich das, und ich werde Lützow und die Freiſchaaren dahin begleiten, um der feierlichen Handlung beizuwohnen!

In der Kirche des Dorfes ſollen wir Alle zum erſten Mal in un⸗ ſern ſchwarzen Uniformen erſcheinen, um den Segen des Predigers zu empfangen und geweiht zu werden zu Soldaten des Vaterlandes. Ich ſelbſt habe zu dieſer feierlichen Handlung ein Lied, das auf die Melodie eines Chorals paßt, gedichtet, und alle Kameraden werden es ſingen. Dann, nach der Rede des Predigers, werden alle Freiwilligen in der Kirche auf die Schwerter ihrer Officiere den Kriegseid leiſten. Ich habe mit wahrer Seelenfreude mich dieſem ſchönen Tage entgegenge⸗ ſehnt, und nun werde ich wahrſcheinlich nicht an demſelben Theil nehmen können, denn, lachen Sie nicht, gnädige Frau, über mein erbärmliches kleines Mißgeſchick, denn der Schneider will mir keine Uniform mehr fertig machen, und im Civilkleid, als zierlicher Stutzer, kann ich doch nicht unter den tapfern Mannen erſcheinen, die mit der Litefka umherſtolziren. Der Schneider ſchwört aber, daß es unmöglich iſt, noch eine Uniform fertig zu machen, er ſei überhäuft mit Arbeit, und wiſſe nicht, woher er Arbeiter bekommen ſollte. Nun ſind Sie, der helfende, rathende und ſchützende Genius der Freiwilligen, mein